[Gründerstory] Studitemps – Die Jobvermittlung zwischen Studenten und Unternehmen

Studenten sind zur Finanzierung ihrer Studiengänge oft auf zusätzliche Einnahmen angewiesen und viele Unternehmen benötigen dringend die zeitlich begrenzte Mitarbeit von qualifizierten Kräften. Studitemps greift diese Situation auf und bringt beide Gruppen auf einer durchdachten und smarten Plattform zusammen. Die Gründerstory klärt über Hintergründe auf und stellt ein besonders spannendes Start-up vor.

Zeitarbeit muss keinen negativen Beigeschmack haben

Die Geschichte des Start-ups, das wir Ihnen heute vorstellen wollen, ist eng mit dem Begriff der Zeitarbeit verbunden. An dieser Stelle muss man klar sagen, dass dies für viele Menschen nicht nur mit positiven Assoziationen verbunden ist. Zeitarbeit steht teilweise als Synonym für die fortschreitende Liberalisierung des Arbeitsmarktes und die damit verbundenen negativen Folgen für Arbeitnehmer. Im Falle von Studitemps, dem Start-up von Andreas Wels und Benjamin Roos aus Köln, stellt sich die Situation aber völlig anders dar.

Hier geht es zwar um die Vermittlung von zeitlich eng beschränkten Arbeitsverhältnissen. Diese sind von den Studenten aber unbedingt gewünscht. Die Zielgruppe benötigt vor allem Zeit für das Studium, will vor allem in den Semesterferien aktiv werden, möchte keine langfristige Bindung eingehen und steht noch deutlich vor der Aufnahme der eigentlichen beruflichen Karriere. In dieser Situation ist Zeitarbeit eine hervorragende Möglichkeit, um das Studium zu finanzieren. Wir stellen Ihnen die Studitemps GmbH im Folgenden ausführlich vor. Sie erfahren alles über das Geschäftsmodell und den bisherigen Werdegang des Unternehmens. Außerdem beleuchten wir für Sie die entscheidenden Erfolgsfaktoren, die das Start-up dahin gebracht haben, wo es jetzt ist.

 

Vermittlung als Geschäftsidee: Das Konzept von Studitemps ist zeitgemäß

Das geschäftliche Konzept von Studitemps beschäftigt sich mit zwei ganz unterschiedlichen Gruppen. Da sind zum einen Unternehmen, die sich auf der Suche nach qualifizierten Aushilfen befinden, die innerhalb von Projekten über eine begrenzte Zeit aktiv mitarbeiten wollen. Hierbei geht es nicht um Jobs, die mehr oder weniger jeder erledigen könnte. Stattdessen sprechen wir hauptsächlich von Beschäftigungen, die lediglich durch die hohe Qualifikation der Studenten überhaupt nur möglich sind.

Es kommt bei Unternehmen immer wieder vor, dass solche Arbeitskräfte auf der einen Seite dringend und auf der anderen Seite vorübergehend benötigt werden. In einer solchen Situation kommt die dauerhafte Einstellung neuer Mitarbeiter nicht in Frage. Stattdessen ermöglicht Studitemps den Unternehmen, ihren kurzfristigen personellen Bedarf unmittelbar über die Plattform zu decken.

Zum anderen spielen bei diesem Konzept, damit kommen wir zur zweiten Gruppe, natürlich die Studenten eine entscheidende Rolle. Diese sind auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Studium teilweise oder vollständig zu finanzieren. Sie verfügen dabei bereits über eine überdurchschnittliche Qualifikation in ihrem Fachbereich und wären mit einem Job als Kellner, Lageraushilfe oder als Produktionshelfer ziemlich unterfordert.

Über Studitemps erhalten sie nun die Gelegenheit, in interessanten Unternehmen aktiv zu werden. Dies sichert nicht nur gute Einnahmen, sondern sorgt auch für erste berufliche Erfahrungen im eigenen Fachbereich. Außerdem lernt man auf diese Weise bereits die eine oder andere wichtige Person aus dem künftigen beruflichen Umfeld kennen. Insgesamt haben wir es hier mit einer Win-win-Situation zu tun, von der sowohl die Unternehmen als auch die Studenten maximal profitieren.

Eine aufregende Unternehmensgeschichte mit einer eindeutigen Richtung

Begonnen hat alles bereits im Jahr 2005. Damals lernten sich sechs junge Studenten an der Hochschule kennen und dachten gemeinsam über ein Gründungskonzept nach. Unter dem Titel DeineSache.de sollte eine Buchsuchmaschine mit individuellen Leseempfehlungen entstehen. Allerdings scheiterte das Projekt an der vergeblichen Suche nach Investoren. Benjamin Roos erinnert sich: „Die meisten haben gesagt: Ich habe selten so ein gutes Team mit so einer beschissenen Idee gesehen.“

Die Wege der Beteiligten trennen sich schließlich nach dem Studium. Andreas Wels und Benjamin Roos gehen nach Köln und haben das Konzept mittlerweile um den Bereich Jobvermittlung ergänzt. Sie wollen noch ein letztes Mal versuchen, Geld für Ihr Projekt zu erhalten und diesmal sind sie erfolgreich. Holtzbrinck Ventures interessiert sich für das Konzept und steigt als Gründungsinvestor ein. Jetzt geht alles ganz schnell. Die beiden Gründer konzentrieren sich von nun an völlig auf den Gedanken, Studenten und Unternehmen zusammenbringen zu wollen und starten im Jahr 2008 das Online-Portal Jobmensa. Die Vermittlungsplattform besteht bis heute. Doch damit wollen sich Andreas Wels und Benjamin Roos nicht zufrieden geben.

Die beiden träumen von der Vorstellung, Studenten als Zeitarbeitsfirma zu vermitteln. Dem stehen aber zunächst viele rechtliche und organisatorische Hürden im Weg. Bis 2010 soll es schließlich dauern, bis diese Hürden überwunden werden. Zu diesem Zeitpunkt wendet sich ein großer Logistik-Dienstleister auf der Suche nach über einhundert Studenten, die für einige Wochen benötigt werden, an Andreas Wels und Benjamin Roos. Und dieses Projekt verläuft so erfolgreich, dass man sich nun doch dazu entscheidet, das Zeitarbeitskonzept zu verwirklichen.

Mittlerweile beschäftigt Studitemps mehr als 370 Mitarbeiter. Bisher konnten bereits rund 55.000 Studenten erfolgreich vermittelt werden. Studitemps hat in den letzten Jahren viele weitere Standorte in ganz Deutschland eröffnet und wurde 2015 und 2016 jeweils zum Top-Personaldienstleister des Jahres gekürt.

Zeitgemäß, intelligent, durchdacht und einfach: Die Erfolgsfaktoren von Studitemps

Bereits ein kurzer Blick auf den bisherigen Werdegang von Studitemps zeigt überdeutlich, dass wir es hmit einem ausgesprochen erfolgreichen Start-up zu tun haben. Hierzu mussten die Gründer allerdings zunächst eine lange Durststrecke und viele Rückschläge erdulden. Von den ersten Ansätzen zur Gründung bis hin zum fertigen Geschäftsmodell von Studitemps vergingen immerhin rund fünf Jahre.

Es hat sich aber in jedem Fall gelohnt, dass Andreas Wels und Benjamin Roos einen langen Atem bewiesen haben. Damit kommen wir auch zum ersten Erfolgsfaktor, der ohne Zweifel in der langfristigen Disziplin und dem ausgeprägten Willen der Gründer zu finden ist. Darüber hinaus passt das Geschäftskonzept einfach in unsere Zeit und berücksichtigt die Wünsche und Bedürfnisse von zwei sehr wichtigen Gruppen. Neben der reinen Idee besticht Studitemps vor allem auch durch die gekonnte Umsetzung und die intelligente und durchdachte Gesamtstruktur.

Dabei beschränkt sich das Start-up nicht auf die Vermittlung selbst, sondern bietet der Kundschaft eine große Menge weiterer Dienstleistungen an. Die Rekrutierung erfolgt individuell und passgenau, schnell und unkompliziert, fair und flexibel und berücksichtigt die Bedürfnisse vieler verschiedener Branchen. Insgesamt kann kein Zweifel daran bestehen, dass auch die weitere Entwicklung von Studitemps erfolgreich verlaufen wird.

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.