[Gründerstory] Gut gekauft – Gern gekauft: Der Ostprodukte-Versand im Portrait

Eine gute und vor allem erfolgreiche Geschäftsidee muss nicht zwangsläufig innovative und moderne Produkte zum Gegenstand haben. Manchmal ist es auch der leicht sentimentale Blick zurück, der Gründern zu ihrem Erfolgskonzept verhilft. Auf den Ostprodukte-Versand trifft das ganz eindeutig zu. Wir stellen Ihnen das liebenswerte Unternehmen und seinen Gründer ausführlich vor.


 

Obwohl das Ende der DDR wohl von vielen Menschen in Ost und West herbeigesehnt wurde, hinterließ die fortschreitende „Verwestlichung“ und der oft unsensible Ausverkauf der heutigen Neuen Bundesländer bei einigen auch einen eher faden Beigeschmack. Bis heute fragen sie sich mit gutem Grund, ob denn in der DDR alles falsch und schlecht gewesen sein soll. Seit 2003 gibt der Ostprodukte-Versand (www.ostprodukte-versand.de) unter der Leitung seines Gründers und Geschäftsführers Torsten Klipp eine überzeugende Antwort: Natürlich war nicht alles schlecht, wie sonst wäre das riesige Interesse an den zahlreichen Ostprodukten zu erklären, die der engagierte und einfallsreiche Händler im Sortiment führt. Wir stellen Ihnen das Unternehmen vor, berichten von den Anfängen und klären darüber auf, warum der Ostprodukte-Versand so erfolgreich ist.

 

Das „Päckchen von Drüben“ auf den Kopf gestellt

Bis zur Maueröffnung stand das berühmte „Päckchen von Drüben“ für das oft mit einer guten Portion Arroganz im Westen gepackte Geschenkpaket für Verwandte und Freunde im Osten Deutschlands. Kaffee, Schokolade oder Nylonstrümpfe durften hier nicht fehlen und sollten gönnerhaft einen Hauch von westlichem Lebensgefühl in den vermeintlich tristen DDR-Alltag bringen. Aber im Jahr 2003 wurde das althergebrachte Konzept von einem jungen Unternehmer gründlich auf den Kopf gestellt. Seitdem kommen die „Päckchen von Drüben“ nämlich aus dem Osten und werden von Torsten Klipp und seinem inzwischen zwölfköpfigen Team mindestens so liebevoll zusammengestellt und gepackt wie die damaligen „Care-Pakete“ aus dem Westen.

 

Dass es sich bei diesem Geschäftsmodell um deutlich mehr als nur ein kleines Unternehmenskonzept in der Nische handelt, zeigt unter anderem der Gesamtumsatz im Jahr 2012, der beeindruckende 1,2 Millionen Euro erreichte. Wurde zu Beginn fast ausschließlich mit Klassikern wie Spreewaldgurken, Zetti-Knusperflocken, Dederon-Schürzen oder Produkten rund um das Ost-Sandmännchen gehandelt, so hat sich das Lieferprogramm mittlerweile um die eine oder andere Eigenmarke erweitert, die von Torsten Klipp selber kreiert wurde. Ein Beispiel hierfür ist das Label „Held der Arbeit“, das mittlerweile ein eigenes Duschgel, einen Flaschenöffner, einen Zollstock oder eine Tasse ziert und bei den Bestellern aus dem Osten, dem Westen und der ganzen Welt gut ankommt. Und den berühmten Hühner-Eierbecher hat das Team gemeinsam mit dem Hersteller an die Moderne angepasst. Heute glitzert das unverzichtbare Accessoire in Schwarz, Rot und Gold und ist ausschließlich beim Ostprodukte-Versand zu haben.

 

Authentisch, liebenswert, nostalgisch und originell

Ohne Zweifel: Das Geschäftskonzept von Ostprodukte-Versand ist erfolgreich und hierfür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass es sich um eine rundum sympathische und liebenswerte Idee handelt, die für viele Menschen mit großen Emotionen und Erinnerungen verbunden ist. Über diese Geschäftsidee tauscht man sich gerne mit Freunden und Verwandten aus und nicht zuletzt auch die Vertreter der Medien zeigten sich schnell bereit, über das Unternehmen und seine ungewöhnlichen Angebote zu berichten. Die Nostalgie steht dabei natürlich deutlich im Vordergrund. Allerdings ließ sich Gründer und Geschäftsführer Torsten Klipp auch von ganz praktischen Erwägungen leiten. Die meisten Produkte in seinem Sortiment gab es schon, bevor er seine eigene Firma eröffnete. Allerdings musste man danach oft sehr mühevoll suchen und viele unterschiedliche Geschäfte aufsuchen. Das Innovative an dieser Geschäftsidee besteht also vor allem darin, ein riesiges Lieferprogramm an nur einem Ort zu bündeln und interessierten Kunden so die Mühe der aufwendigen Beschaffung der Klassiker zu ersparen.

 

Ein weiterer Erfolgsfaktor bezieht sich auf das Vertriebskonzept. Dieses ruht beim Ostprodukte-Versand nämlich konsequent auf drei stabilen Säulen. Neben dem Verkauf per Internet sind die Produkte nämlich auch im eigenen Ladengeschäft erhältlich und können außerdem zu Großhandelskonditionen von anderen Händlern erstanden werden. Stationärer Einzelhandel, E-Commerce und Großhandel wurden auf diese Weise zu einem überzeugenden Konzept verbunden und bilden die Grundlage für den langjährigen Erfolg von Torsten Klipp und seinem Team. Hinzu kommt das hohe Maß an Authentizität, mit dem der Gründer und seine Mannschaft tätig sind. Diese bemerkt man unter anderem im regelmäßig gepflegten Firmenblog, aber auch in jedem einzelnen Interview, in Reportagen und in Berichten über den Ostprodukte-Versand. Hier ist ein glaubwürdiger Jungunternehmer mit einem engagierten Team zum richtigen Zeitpunkt mit der perfekten Idee am richtigen Ort gewesen. Und ein solch gutes Timing in Verbindung mit Arbeitseinsatz, Fleiß und Engagement wird nun einmal belohnt, wenn die Geschäftsidee so liebenswert und gleichzeitig originell ist, wie beim Ostprodukte-Versand.

 


 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.