[Geschäftsidee] cobi.bike bietet smarte Aufrüstkits für Fahrräder

Die Zeiten, als die Steuerung von Fahrzeugen in der alleinigen Verantwortung des Fahrers lagen, scheinen ihrem Ende entgegenzugehen. Zumindest was das Automobil anbetrifft. Während die großen IT-Konzerne um die Zukunft des vernetzten Autos unter dem Stichwort „Connected Car“ wetteifern, hat sich noch kaum jemand Gedanken über das Fahrrad von Morgen gemacht. Das muskelkraftbetriebene Fortbewegungsmittel hat jedoch trotz fortschreitender Motorisierung seinen festen Platz in unserer modernen Welt. Es wurde also höchste Zeit, sich über das smarte Fahrrad Gedanken zu machen.

Der Entrepreneur Andreas Gahlert hat sich der Sache angenommen und ein modulares System zur smarten Aufrüstung entwickelt, das fünf Geräte ersetzt. Von der Smartphone-Halterung über die Scheinwerfer bis zum Rücklicht wurde die gängige Fahrradtechnik gründlich überholt und fit für die smarte Zukunft gemacht. Gahlert gründete 2014 die iCradle GmbH, die bald darauf als COBI GmbH umfirmierte, in Frankfurt am Main. Das Start-up vertreibt ein innovatives Aufrüst-Kit, das dem nervigen Kabelsalat am Fahrrad den Garaus machen möchte. Natürlich ist auch eine App für das Smartphone inbegriffen, denn sie ist die Zentrale für alle smarten Funktionen am Fahrrad. Die im Dezember 2014 auf Kickstarter gestartete Cowdfunding-Kampagne war ein Riesenerfolg, denn innerhalb von vier Wochen gelang es COBI, eine Summe von mehr als 400.000 US-Dollar einzusammeln. Da verwundert es nicht, dass sich das Start-up anschickt, Marktführer in diesem Segment zu werden.

 

Sensoren sorgen für Sicherheit beim Radfahren

Unsere Autos sind mittlerweile vollgestopft mit Elektronik, die uns beim Fahren unterstützt, indem sie die Innen- und Außentemperatur und die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit anzeigt, den durchschnittlichen Verbrauch errechnet und uns per Navi oder Smartphone zum Fahrtziel lotst. Auch Fitness-Fans werden beim Laufen und anderen Übungen über Fitnessarmbänder & Co. längst von smarter Technologie begleitet. Einzig der Drahtesel blieb bislang ein Stiefkind. Die Halterung fürs Smartphone war lange Zeit das einzige smarte Accessoire fürs Fahrrad. Das zu ändern, hatte sich Andreas Gahlert aus Frankfurt am Main vorgenommen. Unter dem Stichwort „Connected Bike“ entwickelte er in den Jahren 2013/14 ein smartes System fürs Fahrrad, das er unter dem Akronym „COBI“ auf den Markt brachte. Das Start-up wurde als iCradle GmbH im Juni 2014 gegründet und in 2015 in COBI GmbH umbenannt.

COBI ist das erste integrierte System, das das Fahrrad mit dem Smartphone verbindet und dabei zahlreiche Aufgaben erfüllt. Das smarte Aufrüstkit besteht aus einer Halterung fürs Smartphone, einem Vorder- und Rücklicht, einem Navi, einer Klingel und einem Daumen-Controller. Alle Komponenten sind über Low-Energy-Bluetooth 4.0 verbunden. Das Design der Smartphone-Halterung lehnt sich an moderne Halterungen für Automobile an. Die Scheinwerfer wurden von einem Lichtdesigner entworfen. Sie sind auch aus weiter Ferne deutlich zu erkennen und sorgen so für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Über den Daumen-Controller kann der Radfahrer den Blinker betätigen, um die gewünschte Abbiege-Richtung anzuzeigen. Wie bei einem Auto ist im Rücklicht ein Bremslicht integriert. Es wird von einem Beschleunigungssensor gesteuert und leuchtet beim Bremsvorgang auf. Das Aufrüstkit kann über eine Pre-Order bestellt werden. Es wird zwischen 179 Euro und 250 Euro kosten und soll erstmals mit Beginn der Fahrradsaison 2016 ausgeliefert werden.

 

Dem smarten Fahrrad gehört die Zukunft

Es ist kaum zu glauben, aber wahr: COBI ist bislang erst einer von wenigen Anbietern für die smarte Aufrüstung des Fahrrads. Während sich Google, Microsoft und Co. eine erbitterte Schlacht um die Vorherrschaft bei smarter Kfz-Technologie liefern, führen Pendants fürs Fahrrad eigenartigerweise noch ein Schattendasein. Dabei ist das Fahrrad eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel überhaupt. Offensichtlich denken viele Anbieter, dass eine Halterung fürs Smartphone reicht, weil die Fahrer ohnehin noch andere smarten Geräte wie Fitnessarmbänder nutzen, die sie beispielsweise auch beim Laufen tragen. Weit gefehlt. Was ist mit der Beleuchtung und anderen Signalen wie Klingel und Blinker? Ganz zu schweigen vom Navi. Kurzum: Weil so viele den Bedarf für ein integriertes Smartkit fürs Fahrrad nicht auf dem Radar haben, kann es für technisch orientierte Gründer eine Riesenchance sein, in diesen Markt einzusteigen. Auch wenn COBI bereits in den Startlöchern steht, befinden wir uns noch ganz am Anfang einer Entwicklung, die das Fahrrad ebenso wie das Auto nachhaltig verändern wird. Wer in einen Zukunftsmarkt mit viel Potenzial einsteigen möchte, bieten sich mit smarter Fahrradtechnologie die besten Chancen für den Schritt in die Selbstständigkeit.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.