[Geschäftsidee] Lebensmittel bewusster genießen – Probiersets von tryfoods.de

Hochwertige und fair gehandelte Lebensmittel werden in Deutschland und anderen Industrieländern immer beliebter. Die vielen Lebensmittelskandale der jüngsten Vergangenheit und die als ungerecht empfundenen Bedingungen, unter denen die Erzeuger zu leiden haben, bewirken bei vielen Menschen ein Umdenken. Bewusst essen und genießen ist nicht nur eine Frage des verfügbaren Einkommens, sondern vor allem auch eine Einstellungssache. Der Paradigmenwechsel im Konsumverhalten hat inzwischen auch das Internet erreicht.


Mit dem Anspruch, Menschen über Lebensmittel aufzuklären, ging Anfang 2013 Jörn Gutowski in Berlin mit TRY FOODS an den Start. Seine Idee: Über Probiersets verschiedene Arten von Lebensmitteln erlebbar zu machen. Die Kunden können mehrere Lebensmittel einer Produktkategorie ausprobieren, vergleichen und sich anhand eines beigefügten Booklets detailliert über das jeweilige Lebensmittel informieren. So erfahren die Kunden viel über die Geschichte von Olivenöl, Salz oder Schokolade, den Herstellungsprozess, An- und Abbaugebiete der Rohstoffe und erhalten obendrein noch Rezepte und nützliche Tipps. Damit kommt der Gründer seiner Vision nahe, ein besseres Verständnis davon zu bekommen, was wir essen. Bereits im Jahr seiner Gründung gelang es TRY FOODS die Juroren des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg von dieser Idee überzeugen und belegte direkt den ersten Platz in der Kategorie Service.

 

Lebensmittel neu entdecken

Probiersets sind nichts bahnbrechend Neues. Lebensmittelhersteller haben schon immer neue Produkte im Markt eingeführt, indem Sie Proben unter die Leute bringen. Doch während die klassische Produktprobe in der Konsumforschung darauf abzielt, Feedback von Konsumenten zu erhalten beziehungsweise bei der Markteinführung die Nachfrage anzukurbeln, verfolgt Jörn Gutowski, der Gründer von TRY FOODS, eine ganz andere Idee. Was Salz, Pfeffer oder Olivenöl ist, weiß eigentlich jeder. Doch kennt der Verbraucher die feinen Unterschiede der verschiedenen Sorten dieser Lebensmittel und weiß er etwas über den Herstellungsprozess? Sein Fazit lautet: eher nicht.

Der Durchschnittsverbraucher hat allenfalls rudimentäre Kenntnisse darüber, wie beispielsweise Salz gewonnen wird. Wohl kaum wird er wissen, wodurch sich Fleur de Sel aus Indien und Rauchsalz aus Dänemark unterscheiden. Zwar gibt es Institutionen wie die Stiftung Warentest, die Produkte verschiedener Hersteller vergleichen und nach vorgegebenen Kriterien bewerten – keine Firma befasste sich bislang allerdings mit dem Ausprobieren von Lebensmitteln als solche jenseits von Hersteller- und Handelsmarken. Diese Lücke entdeckte Jörn Gutowski im Januar 2012 als erster und entwickelte zusammen mit der Londoner Designagentur Postler Ferguson innerhalb von zwölf Monaten seine Idee zum marktreifen Geschäftsmodell, was im Januar 2013 zur Gründung der TRY FOODS GmbH & Co. KG führte.

TRY FOODS erklärt die feinen Nuancen theoretisch und macht sie für den Konsumenten über die Probiersets praktisch erfahrbar. Nicht nur bei Salz, sondern auch bei Pfeffer, Kaffee, Olivenöl und Schokolade. Jedes Probierset enthält fünf verschiedene Proben des jeweiligen Lebensmittels. Mit Ausnahme des Salzsets, das TRY FOODS für 17,90 Euro anbietet, kostet jedes Probierset 19,90 Euro. So kann der Verbraucher beispielsweise erfahren, dass Olivenöl eben nicht gleich Olivenöl ist, sondern lernt er vielmehr die feinen Unterschiede verschiedener Olivenölsorten aus unterschiedlichen Herkunftsländern kennen. Ob mildes, von hellen Früchten gewonnenes Olivenöl aus Spanien oder kräftiges, leicht bitter schmeckendes Olivenöl aus dem Süden Italiens besser zur Salatauswahl passt, kann der Kunde direkt ausprobieren. Das beigefügte Booklet liefert Wissenswertes zu den Olivenarten aus verschiedenen Anbauländern, erklärt, mit welchen Verfahren Olivenöle gewonnen werden und gibt Tipps für den Einsatz in der Küche. Der Konsument kann für wenig Geld verschiedene Vertreter eines Lebensmittels selbst ausprobieren und dabei seine Favoriten herausfinden, die er bei Bedarf separat und in größeren Einheiten bei TRY FOODS bestellen kann.

 

Boom bei Geschäftsideen rund ums Essen

Noch nie gab es so viele Kochshows im TV und ein so großes Publikum, das sich für das Zubereitungsgeschehen rund ums Essen interessiert. Da eine Einzelzutat über das Geschmackserlebnis entscheiden kann, wächst natürlich auch das Interesse an den Zutaten. Hinzu kommt die wachsende Nachfrage nach nachhaltig produzierten und fair gehandelten Lebensmitteln. Bessere Rahmenbedingungen für die Umsetzung einer Geschäftsidee wie TRY FOODS kann es daher kaum geben. Die Idee, mit Probiersets solcher Zutaten zu starten, die in nahezu jedem Haushalt zu finden sind, ist gut. Zumal die Produkte relativ lange haltbar sind und nicht aufwendig gelagert werden müssen wie beispielsweise Frischeprodukte. Gründer mit Kenntnissen der Foodbranche, Köche und andere, die beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben, sind natürlich prädestiniert für die Umsetzung ähnlicher Geschäftsideen. TRY FOODS lässt sich in mehrfacher Hinsicht erweitern. Probiersets mit weiteren Nahrungs- und Genussmitteln wie Lakritz, Vanille, Tee, Trockenfrüchte und Nüsse als Probiersets sind ebenso denkbar wie Variationen bei der Anzahl der Proben. In jeder Hinsicht hat diese Geschäftsidee noch viel Potenzial, weil sich das Bewusstsein der Bevölkerung in Bezug auf Nahrungsmittel grundlegend gewandelt hat.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.