[Geschäftsidee]BH- und Dessous-Design via Crowdsourcing-Community auf SugarShape.de

Für die modebewusste Frau ist das Größenproblem allgegenwärtig. Wenn ein Kleidungsstück zusagt, ist die passende Größe nicht selten vergriffen. Wohl kaum wird die Kundin aber nach Kleidung suchen, die wie angegossen sitzt, aber ansonsten in keiner Weise gefällt. Das geht auch gar nicht, weil es der Psychologie des Kaufverhaltens grundlegend widerspräche. Und überhaupt – was sagen Größen schon über die ideale Passform aus?


Konfektionsgrößen sind das beste Beispiel. Hier wird von einer Maßnorm ausgegangen, die auf viele Menschen einfach nicht zutrifft, weil jeder Mensch anders proportioniert ist. Sitzt das Oberteil, passt oft das Unterteil nicht und umgekehrt. Maßanfertigung kann hier eine Lösung bieten, die allerdings bei Massenartikeln wie BHs bislang noch nicht umgesetzt wurde. Das brachte die Schwestern Sabrina Schönborn und Laura Gollers aus Stelle bei Hamburg auf die irre Geschäftsidee von SugarShape einer Plattform für Online-Customizings von BHs und anderen weiblichen Dessous. Die eigene Erfahrung, keine Dessous in der passenden Größe zu finden, lieferte die Initialzündung für die Geschäftsidee und führte 2011 zur Gründung der Plattform SugarShape (www.sugarshape.de) mit angeschlossenem Blog für Dessous-Kollektionen. Im Februar 2012 wurde SugarShape als haftungsbeschränkte UG gegründet. Damit stießen die beiden Gründerinnen die Tür in einen Markt mit großer Nachfrage, auf dem mit Ausnahme von SugarShape so gut wie kein Angebot bislang gegenübersteht.

 

Schick designte BHs, die passen

Wie viele Frauen nur deshalb schlecht sitzende BHs tragen, weil sie in ihrer Größe keine passenden BHs finden, lässt sich nur erahnen. Und selbst wenn die Idealkörbchengröße des Wunsch-BHs verfügbar sein sollte, ist das noch lange keine Garantie für eine perfekte Passform. Denn die Standardkonfektionsgrößen bei BHs berücksichtigen oft nur die Konfektionsgröße und das Überbrustmaß. Ein korrekt sitzender BH erfordert jedoch auch die Maße der Unterbrustweite, welche den Umfang unterhalb der Brust angibt. Die Diskrepanz zwischen Überbrust- und Unterbrustweite stellt unabhängig von ihrer Figur für die meisten Frauen das größte Problem dar. Exakt Maß zu nehmen, ist daher bei SugarShape das A und O. Denn diese Angaben geben den Ausschlag für die Produktion bestimmter Größen einer gelaunchten Kollektion. Besucherinnen auf SugarShape werden aktiv in den Produktionsablauf einbezogen. Ihre Votings geben den Ausschlag, welche Kollektionen zum Kauf angeboten und in welchen Größen produziert werden. Im Geschäftsmodell von Sugarshape spielt Crowdsourcing, bei der die Kundinnen mitentscheiden und Anregungen einbringen können, eine ganz große Rolle. Die Produktion erfolgt in Istanbul, dem europäischen Teil der Türkei. Den Gründerinnen war die relative Nähe des Produktionsstandortes wichtig, da sie den engen Kontakt zu den Produzenten suchen und ab Hamburg per Flug in wenigen Stunden vor Ort sein können. Qualitätskontrolle ist bei der Herstellung von BHs besonders wichtig, bestehen sie doch – was die wenigsten wissen – aus nicht weniger als 50 Einzelteilen, die schließlich alle zueinanderpassen müssen.

Geschäftsideen.de Gratis-TestDie beiden Schwestern Sabrina Schönborn und Laura Gollers aus Stelle bei Hamburg haben bereits vor der Gründung zusammengearbeitet und bringen beide Erfahrungen aus Start-Up-Unternehmen mit. Da Laura sowieso schon im Community-Management gearbeitet hat, war ihr die Rolle als Sprachrohr für die Kundinnen und die damit verbundene Blogbetreuung geradezu auf den Leib geschrieben, welche sie mit großem Engagement ausfüllt. Schwester Sabrina kümmert sich indes um die kaufmännischen Dinge, denn irgendwer muss schließlich auch die Ausgaben und Einnahmen kontrollieren und den Kontakt mit Investoren aufbauen und pflegen. Bereits bei der Vorstellung der Geschäftsidee im Jahr 2011 hatten die Gründerinnen mit ihrem Portal einen Preis gewonnen und konnten viele interessante Kontakte knüpfen, die sie weiterbrachten. Inzwischen ist daraus ein kleines Netzwerk von Branchenfachleuten geworden. Im Voting-Bereich des Portals kann die Kundin aus den Kollektionen bereits abgeschlossener Votings die Wunschdessous direkt bestellen. Bei den noch offenen Votings hat sie die Möglichkeit über das Design, also Muster, Farbe und Dekoration mitzubestimmen. Auch zum Namen der Kollektion können Besucherinnen eigene Vorschläge einbringen oder über bestehende Vorschläge abstimmen. Geplant ist demnächst auch Männern ein Mitspracherecht über eine „Men’s Choice“ Funktion einzuräumen.

 

Viel Geschäftspotenzial bei Crowdsourcing-Projekten im Fashion-Bereich

Crowdsourcing ist längst dem Schlagwortstadium entwachsen, denn immer mehr Unternehmen gehen dazu über, sich der Schwarmintelligenz des Netzes zu bedienen, um neue Produkte zu designen. Dieses Prinzip, Produkte unter Einbeziehung der Konsumenten zu entwickeln, bietet beiden Seiten vor allem im Fashion-Bereich große Vorteile. Denn große Stückzahlen von Kollektionen zu produzieren, die nicht ankommen und bei denen die Passform ein entscheidendes Kriterium ist, wäre hochgradig unwirtschaftlich. Indem die Kundinnen sich beteiligen und eigene Vorschläge einbringen oder die Anregungen anderer bewerten, werden nur solche Kollektionen angeboten, für die eine entsprechend großes Kaufinteresse besteht. Anhand eingegangener Vorbestellungen ist ersichtlich, welche Größen einer Kollektion nachgefragt werden. Dadurch wird weniger auf Halde produziert, sondern nur die Stückzahlen, welche auch nachgefragt werden. On Demand mit Votingmöglichkeit ist gerade bei hochwertigen Dessous-Artikeln wie BHs eine Geschäftsidee mit viel Potenzial, die sich natürlich auch auf andere Produktgruppen aus dem Fashion-Bereich übertragen lässt.

PS: Wenn Sie wissen möchten, welche Geschäftsidee zu Ihnen passt, probieren Sie doch mal den kostenlosen Test auf Geschäftsideen.de aus.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.