Die Online-Marketing-Trends des Jahres 2014: Konzepte, Strategien, Ideen

Bei der Frage, warum einige Online-Händler extrem erfolgreich sind, während viele Monat für Monat um das reine Überleben kämpfen, stößt man schnell auf den Erfolgsfaktor Marketing. Verzichtet man darauf, Märkte mit strategischen Methoden zu erobern, dann steigt damit gleichzeitig auch das Risiko, im hart umkämpfen E-Commerce zu scheitern. Doch welche Marketing-Trends werden in diesem Jahr den Online-Handel bestimmen? Wir wagen einen Blick in die Zukunft und sagen Ihnen, welche Konzepte 2014 das Potenzial zum Erfolgsmodell haben.

Die Online-Marketing-Trends 2014

Ist Marketing für Online-Händler verzichtbar?

Auf diese Frage, ob sie nun ernst gemeint ist oder nicht, gibt es nur eine mögliche Antwort: Natürlich ist Online-Marketing für jeden Internetunternehmer absolut unverzichtbar. Sich nicht mit Marketing zu befassen, wäre für einen Online Händler exakt so, als würde sich ein stationärer Ladenbesitzer dazu entscheiden, sein Geschäft nicht mehr zu beleuchten, die Schaufenster zu verhängen, jegliche Werbung zu entfernen und nach außen hin den Eindruck zu erwecken, es sei dauerhaft geschlossen. Nur noch diejenigen Kunden werden in den Laden gelangen, die trotz der abweisenden äußeren Merkmale auf den Gedanken kommen, die Türe zu öffnen und das dunkle Geschäft zu betreten.

Obwohl das Online-Marketing im E-Commerce obligatorisch sein sollte, kann man am Markt immer wieder Händler beobachten, die sich von diesem Thema ganz konsequent fernhalten. Häufig ist dies die Folge einer unangemessenen Selbstunterschätzung. Diese Händler empfinden ihre Unternehmen als klein und unbedeutend und sich selber als unfähig und trauen es sich daher einfach nicht zu, selber einmal aus dem Marketing-Topf zu schöpfen. Sie lassen sich von den großen Reden selbsternannter Marketing-Gurus abschrecken und verharren letztlich in dem irrigen Eindruck, dass Marketing nur etwas für Großunternehmen mit millionenschweren Werbebudgets wäre. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Je kleiner ein Internetunternehmen, desto kreativer muss es mit Marketing-Strategien und -Konzepten umgehen, um sich erfolgreich gegen die scheinbare Übermacht seiner Konkurrenten durchsetzen zu können.

Gerade als kleiner oder mittlerer Online-Händler sollte man daher auf keinen Fall auf Online-Marketing verzichten, sondern stattdessen mit Freude und Kreativität an diesen spannenden Bereich herangehen. Wer sich vor dem Begriff Marketing fürchtet, der sollte sein Verhältnis hierzu einmal gründlich überdenken und sich bewusst machen, dass die Beschäftigung mit den verschiedenen Vermarktungsstrategien im Online-Handel nicht nur zu deutlich besseren Ergebnissen führt, sondern auch großen Spaß bereiten kann.

Kein Marketing-Konzept ist so wie das andere

Bevor man sich intensiv mit dem Online-Marketing für den eigenen Shop beschäftigt, muss man sich eine Sache klar vor Augen führen: Marketing ist immer ein völlig individueller Prozess und folglich gibt es hier auch fast keine Patentrezepte, die für jedes Unternehmen gleichermaßen funktionieren. Woran liegt das?

Jedes Unternehmen besteht aus einer ganzen Reihe von individuellen Faktoren. Da sind zum einen die Wünsche und Ziele des Unternehmers selber, die sich sehr stark voneinander unterscheiden. Da ist zum anderen der jeweilige Produktbereich und die konkrete Art, wie dieser kommuniziert wird. Hieraus ergibt sich wiederum eine bestimmte Zielgruppe mit ihren ganz persönlichen Wünschen, Erwartungen, Bedürfnissen und auch Abneigungen. Hinzu kommen noch Faktoren wie die Mitarbeiter im Unternehmen, die Talente und Fähigkeiten im Personalstamm, die Service-Qualität oder die Gestaltung der Shop-Oberfläche. Sie sehen, dass jedes Internetunternehmen aus einer Vielzahl von einzelnen Aspekten und Elementen besteht, die zusammengefasst ein ganz einmaliges Konstrukt ergeben. Wie sollte es angesichts dieser Individualität ein allgemein verbindliches Marketing-Konzept geben, das für alle Unternehmen zum maximalen Erfolg führt?

Stattdessen muss jeder Unternehmer für seinen Betrieb ein individuelles Konzept entwickeln und im Laufe der Zeit immer weiter verbessern. Natürlich kann er sich zur besseren Erledigung dieser Aufgabe an Methoden und Instrumenten orientieren, die von anderen Unternehmen in vergleichbaren Bereichen bereits erfolgreich eingesetzt wurden. In diesem Zusammenhang hat es sich bewährt, vor allem die großen Marketing-Trends im E-Commerce regelmäßig zu verfolgen und sich hieraus das Passende auszuwählen. Damit Sie sich früh genug auf die Marketing-Trends dieses Jahres einstellen können, haben wir diejenigen Konzepte, Strategien und Ideen ausgewählt, die im Jahr 2014 für den Online-Handel eine Rolle spielen werden.

Trend 1: Content, Content, Content

Auch in diesem Jahr wird sich für Shop-Betreiber alles um hochwertige Inhalte für die eigenen Internetseiten drehen. Und hierfür gibt es gleich zwei trifftige Gründe. Zum einen legen die Verbraucher immer größeren Wert auf umfangreiche Informationen, Ratgeber und Kaufempfehlungen und verknüpfen die Qualität der Inhalte eines Shops direkt mit dem Maß an Vertrauen, das sie bereit sind gegenüber dem Anbieter aufzubringen. Zum anderen hat Google wieder beträchtliche Fortschritte bei der automatischen Erkennung von inhaltlicher Qualität gemacht und stellt diese noch deutlicher als bisher in den Mittelpunkt der Festlegung des jeweiligen Rankings einer Seite.

Die hohen Anforderungen hinsichtlich der Inhalte beziehen sich dabei gleichermaßen auf Verbrauchertexte, Kategorie- und Produktbeschreibungen, Ratgeber, Blogbeiträge, aktuelle Nachrichten oder Postings in den sozialen Netzen. Sogar Bewertungen und Feedbacks anderer Kunden zählen für die meisten Verbraucher längst zu den wichtigen und sehr aufmerksam wahrgenommenen Inhalten von Shop-Seiten.

Trend 2: Online und Offline gehen zusammen

Während die Online- und die Offline-Welt zu Beginn des E-Commerce und auch noch längere Zeit danach stark getrennte Wege gingen, driften die beiden Dimensionen des modernen Handels mittlerweile immer stärker zusammen. Viele Händler setzen auf kombinierte Strategien zwischen ihren stationären Läden und ihren Web-Shops und greifen damit eine aktuelle Entwicklung im Verbraucherverhalten auf. Durch die zunehmende Verbreitung der mobilen Internetnutzung sind viele Konsumenten beim Einkaufen dazu übergangen, Produkte beim Stadtbummel anzuschauen und auszuprobieren und sie dann fast zeitgleich per Smartphone oder Tablet im Internet zu bestellen.

Von diesem Trend kann jeder Händler profitieren, der sich über das veränderte Verhalten der Kunden im Klaren ist. Selbst wenn man selber kein eigenes Ladengeschäft betreibt, ist es sehr hilfreich, wenn man in Bezug auf eigene Strategien diese Phänomene und Entwicklungen berücksichtigt und seinen Besuchern zum Beispiel einen Mehrwert bietet, der vor allem unterwegs nützlich ist.

Trend 3: ZielgruppenAnalyse führt zum Erfolg

Dein Kunde, das unbekannte Wesen. So könnte das Motto vieler Online-Händler lauten, die sich scheinbar kaum oder gar nicht mit der eigenen Zielgruppe auseinandersetzen. Dabei gibt es im E-Commerce fast keine wichtigere Erkenntnis als das Wissen über die Kundengruppen, für die die eigenen Angebote und Produkte am interessantesten sind. Online-Händler werden sich in diesem Jahr von daher noch stärker als sonst darum bemühen, ihre Besucher, Interessenten und Kunden näher kennenzulernen. Hierzu können unter anderem der enge Austausch über die sozialen Netze, die Analyse des individuellen Surf-Verhaltens aber auch Umfragen im eigenen Kundenkreis genutzt werden.

Es versteht sich von selber, dass die Erkenntnisse, die man über die Zielgruppe gewinnt, unmittelbar in passende Marketing-Strategien einfließen müssen. Wer sich als Online-Händler ein möglichst genaues und zutreffendes Bild von seiner Kundschaft verschafft, dem fällt es insgesamt deutlich leichter, Kampagnen zu entwerfen und umzusetzen, die bei seinen Besuchern gut ankommen und tatsächlich zu mehr Verkäufen und höheren Umsätzen führen.

Trend 4: Krisen als Chancen begreifen

Unter Internetunternehmern geht die Angst vor dem Shitstorm um. Viele Online-Händler haben erlebt, wie in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder Marktteilnehmer zum Opfer von auffälligen und ausgeprägten Negativäußerungen durch Kunden geworden sind. Da sich solche Shitstorms meist über die sozialen Netze ausbreiten, kann es passieren, dass zwischen dem Aufkommen einer kritischen Meinung und einer massenhaften Hetze auf einen Anbieter nur wenige Stunden liegen. In vielen Fällen liegt es dabei gar nicht an dem ursprünglich kritisierten Mangel oder Fehlverhalten des einzelnen Händlers, sondern an seiner Reaktion auf die Kritik daran. Wer als Shop-Betreiber zum Beispiel aggressiv auf kritische Kommentare reagiert, die eigene Schuld zu vehement bestreitet oder entsprechende Beiträge einfach löscht, der trägt ein großes Risiko, vor einer breiten Leserschaft negativ vorgeführt zu werden.

Die beste Möglichkeit, um einen Shitstorm im Keim zu ersticken ist ein offensiver, freundlicher und kulanter Umgang mit öffentlich geäußerter Kritik. Das soll nicht heißen, dass man sich als Shop-Betreiber von notorischen Querulanten an der Nase herumführen lassen muss. Gegenüber einem Kunden, der aus nachvollziehbaren Gründen unzufrieden ist, sollte man sich aber immer darauf besinnen, dass man letztlich von zufriedenen Kunden lebt. Durch die heute innerhalb von Kommentaren oder den sozialen Netzen oft öffentlich ausgetragenen Konflikten zwischen Konsumenten und Unternehmen eröffnen sich durch einen besonders fairen, freundlichen und verständnisvollen Umgang mit dem Beschwerdeführer ausgezeichnete Möglichkeiten, einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen, dass man vertrauensvoll, kulant und großzügig mit Problemen umgeht und keine Schwierigkeiten damit hat, Fehler zuzugeben und auszugleichen.

Trend 5: Kanalübergreifendes Social Media-Marketing

Die meisten Online-Händler haben mittlerweile verstanden, dass die sozialen Netze aus dem Marketing-Mix von Internetunternehmen nicht mehr wegzudenken sind. Allerdings kann man hier immer noch einen weit verbreiteten Fehler beobachten. Es werden nämlich viel zu viele Kampagnen und Aktionen ganz gezielt nur innerhalb einer einzigen sozialen Plattform konzipiert und umgesetzt. Hierbei handelt es sich aus unterschiedlichen Gründen um ein nicht optimales Vorgehen. Zum einen muss man sich vergegenwärtigen, dass sich alle sozialen Plattformen stark ähneln. Unterschiede ergeben sich in der Regel hauptsächlich durch die Gestaltung und die Bedienungsweise. Die Grundfunktionen sind dagegen meist identisch. Es spricht also nichts dagegen und ist kaum mit Mehraufwand verbunden, eine Social Media-Kampagne über so viele Plattformen wie möglich auszubreiten. Einziges Kriterium sollte dabei sein, wo man die größten Chancen hat, seine primären Zielgruppen anzutreffen. Zum anderen beschränken sich auch die Verbraucher heute nicht mehr auf einen einzelnen Anbieter, wenn es um die Pflege der sozialen Kontakte geht. Meistens werden mehrere Plattformen gleichzeitig genutzt, was entsprechend aufgestellten Online-Händlern sehr gute Möglichkeiten bietet, einem potenziellen Kunden durch die verschiedenen Netze „zu folgen“. Auf diese Weise erhöht man einerseits die Sichtbarkeit im Internet und bringt sich andererseits bei seiner Zielgruppe immer wieder ins Gedächtnis.

Online-Händler, die sich in Sachen Marketing auf der Höhe der Zeit befinden, werden in diesem Jahr von daher immer mehr plattformübergreifende Social Media-Kampagnen starten und dabei Software und Tools einsetzen, mit denen sich die Distribution von Informationen über unterschiedliche Netzwerke weitgehend automatisieren lässt. Dadurch erhöht sich der Wirkungsgrad entsprechender Aktionen erheblich, während Aufwand und Kosten kaum steigen.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.