Der Weg zur Mobilfreundlichkeit – Tipps für „Mobile SEO“

Das mobile Internet ist ein fester Bestandteil unseres Alltags und unserer Kommunikationskultur geworden. Smartphones, Tablets oder seit neuestem auch Smartwatches ermöglichen den Zugang zum Internet an fast jedem Ort. Umso wichtiger ist es, dass Webseiten und Anwendungen mobil optimiert sind, denn seit dem 21. April 2015 gilt die Mobilfreundlichkeit einer Webseite als Rankingkriterium für deren Position in der mobilen Suche von Google.

Warum „Mobile SEO“?

Von circa 55 Millionen Internetnutzern in Deutschland verwenden weit mehr als die Hälfte regelmäßig ihr mobiles Endgerät, um sich die Zeit zu vertreiben, nach Informationen zu suchen, zu kommunizieren oder Produkte zu erwerben. Marktforscher gehen davon aus, dass die mobile Nutzung des Internets weiterhin ansteigt. Webmaster sollten sich also nicht fragen: Warum „Mobile SEO“? Sondern: Was muss ich als Webmaster alles beachten, wenn ich meine Webseite mobil optimieren möchte, um ein gutes Ranking zu erzielen?

Ein wichtiges Thema dabei ist die Benutzerfreundlichkeit. Mobile Webseiten werden nicht (nur) für Suchmaschinen optimiert, sondern für die Nutzer. Folgende Aspekte sollten Webmaster deshalb immer im Hinterkopf behalten.

• Mobile Endgeräte haben kleinere Displays, auf die der Inhalt der Webseite angepasst werden muss.
• Die Bedienung über Touch- und Wischgesten sollte ohne Probleme auf Smartphones möglich sein.
• Die Bandbreite für das mobile Internet ist oft gering, daher sollte die eigene Webseite keine Elemente beinhalten, die die Ladezeit negativ beeinflussen.

 

Responsive Design, Dynamic Serving oder separate URLs?

Vor dem Beginn der mobilen Optimierung steht die Wahl der bevorzugten Variante, um eine Webseite mobilfreundlich an die Nutzer auszugeben. Dabei kann zwischen folgenden Lösungen entschieden werden:

• Responsive Design: Die Webseite ist über eine URL-Adresse erreichbar. Der HTML-Quellcode wird auf Anfrage eines Browsers übertragen. Die im Quellcode referenzierte CSS-Datei regelt die Darstellung für unterschiedlich große Displays bzw. verschiedene Endgeräte.
• Dynamic Serving: Auch hier wird nur eine URL benötigt. Der Unterschied besteht darin, dass der Server den Quellcode so ausgibt, dass er auf den User-Agent des Endgerätes zugeschnitten ist.
• Separate URLs: Für die mobil optimierte Webseite wird eine eigene URL bereitgestellt (m.beispiel.de). Idealerweise gibt es für jede Desktop-URL ein mobiles Pendant.

Google empfiehlt das Responsive Webdesign (RWD), weil die Webseite damit für verschiedene Ausgabemedien geeignet und über eine URL erreichbar ist. Für Webmaster bedeutet ein RWD auch weniger Aufwand bei der Erstellung und Pflege der Inhalte – was sich natürlich auf die Entwicklungskosten auswirkt.

 

„Mobile SEO“: Das technische Setup

Je nachdem für welche Lösung man sich entscheidet, sind bestimmte Änderungen im Quellcode der Webseite notwendig.

 

Responsive Design: Viewport

Mit dem Tag <meta name=“viewport“ content=“width=device-width, initial-scale=1.0″> im Header der Webseite wird dem Browser mitgeteilt, dass die Seite anpassungsfähig ist. Der Content passt sich mit width=device-width an die Breite des Displays an. Die Angabe initial-scale=1 definiert das Zoomlevel beim ersten Laden der Webseite. Bei einem Wert von 1 werden alle Inhalte 1:1 ausgegeben: Ein Bild, das 300 Pixel breit ist, nimmt auch auf dem kleinen Display 300 Pixel ein.

 

Dynamic Serving: Vary Response Header

Jedes Endgerät hat einen bestimmten User-Agent. Zum Beispiel den Googlebot-Mobile. Der Vary Header verwendet diese Information, um die Auslieferung der Inhalte und deren Darstellung an das Gerät anzupassen. Er verhindert auch, dass der Server eine herkömmliche Seite aus dem Cache lädt und dem Nutzer eine Seite anzeigt, die er nicht angefragt hat.

Wird eine separate mobile Webseite gewählt, sind Änderungen an allen herkömmlichen Webseiten notwendig. Der Grund: Der Googlebot will wissen, ob es eine identische Seite für mobile Endgeräte gibt. Mit dem Tag rel=“alternate“ wird dem Bot mitgeteilt, dass es für jede Desktop-URL eine mobile Alternative gibt. Der Tag referenziert die mobile Version mit der herkömmlichen. Jedoch sollte bei diesem Vorgehen auf der mobilen Seite auch eine kanonische URL angegeben werden, um Duplicate Content zu vermeiden. Das Tag rel=”canonical” verweist dann von jeder mobilen Seite auf die Standardseite.

 

Mobile Konfiguration testen

Eine Möglichkeit, die mobil-optimierte Webseite zu testen, stellt Google bereit: In den Webmaster-Tools können beispielsweise blockierte Inhalte erkannt werden. Eine einfache Überprüfung kann auch in der hinterlegten robots.txt Datei erfolgen. Hier könnte die Funktion <disallow> der Grund für das Blockieren bestimmter Dateien für den Googlebot sein. Zudem helfen die Funktionen „Abruf wie durch Google“ und „Test auf Optimierung für Mobilgeräte“ Webmastern dabei, Fehler und falsche Einstellungen zu finden.

Ein langfristiges Monitoring von Key Performance-Indikatoren ist für Mobile SEO unumgänglich. Gute Rankingpositionen erfordern kontinuierliche Arbeit und ein umfassendes Monitoring bzw. Reporting mit dem Fokus auf monetären Aspekten – zum Beispiel der Konversionsrate. Wichtige KPIs, die Webmaster im Auge behalten sollten, sind Verweildauer, Ladezeiten, Bounce- und Click-Through-Rate. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang die Verknüpfung der Webmaster Tools mit Google Analytics. So können Synergieeffekte genutzt werden. Beide Tools sind zudem kostenlos.

 

Fazit

Ab heute gilt die Mobilfreundlichkeit einer Website als ein weiterer Ranking-Faktor bei Google. Die Auswirkungen werden sich aber wohl erst in einigen Tagen/Wochen zeigen. Google ließ jedoch verlauten, dass das Update größere Auswirkungen auf die Suchlandschaft haben wird als die Updates Panda und Pinguin. Wer die obigen Tipps befolgt, ausgiebig testet, alle wichtigen Kenndaten beobachtet und optimiert ist, braucht sich keine Sorgen um Rankingverluste zu machen, sondern vielleicht mehr darüber, was man noch besser optimieren kann.

 


 

 

Über den Autor

Gastautorin Eva Wagner

Artikel des Autors

Eva Wagner ist Superhero im Online-Marketing-Team von OnPage.org, dem Softwareanbieter von innovativen Tools für bessere Webseiten. Nach Ihrem Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz konnte sie bereits einige Jahre Erfahrungen im Online-Marketing sammeln und unterstützt nun das OnPage.org Redaktions-Team.