Das Suchfeld im Online-Handel: 5 Tipps für optimale Ergebnisse

Die fast unermessliche Größe des World Wide Web hat schon früh dafür gesorgt, dass sich Nutzer angewöhnt haben, Inhalte per Suchfunktion zu bewältigen. Heute ist es für Verbraucher völlig selbstverständlich, Gewünschtes und Gesuchtes in ein entsprechendes Textfeld einzugeben. Auch im Online-Handel spielt die Suche nach Produkten eine entscheidende Rolle. Wir erklären Ihnen die Bedeutung der internen Suchfunktion und geben Ihnen praktische Tipps zur Optimierung.


Der Verbraucher von heute ist ein Suchender

Bereits im Laufe der frühen Internetjahre haben Anwender gelernt, mit Suchfunktionen im World Wide Web umzugehen. Wer etwas finden oder wissen möchte, der gibt eine Umschreibung des Gesuchten in ein entsprechendes Textfeld ein, drückt die Entertaste und erwartet sofortige Ergebnisse. Ein solches Verhalten wurde vor allem durch den massenhaften Umgang mit Google erlernt. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass nach wie vor der größte Teil aller Einkäufe im Netz damit beginnt, dass der Verbraucher einen Suchbegriff in das Textfeld einer Suchmaschine eingibt.

Diese Verhaltensform hat sich schnell auf den Online-Handel übertragen. In den Anfangszeiten des E-Commerce war es nicht selbstverständlich, dass man in einem Shop nach  bestimmten Produkten suchen konnte. Damals waren die Sortimente allerdings meist überschaubar und um Kunden den Zugang zu Produkten zu erleichtern, wurde eher mit einem weit verzweigten Kategorien-Baum gearbeitet. Den Verzicht auf ein Suchfeld im Online-Shop könnte man modernen Konsumenten im Internet heute nicht mehr zumuten. Stellen Sie sich selbst einmal vor, Sie würden bei Amazon, eBay oder Zalando einkaufen und könnten dabei keine Suchbegriffe eingeben.

Heute verwenden Online-Kunden die Shop-Suche auch dann, wenn das Sortiment sehr klein, die Navigation ausgezeichnet und jedes Produkt sofort erreichbar ist. Es handelt sich hierbei um ein einstudiertes Verhaltensmuster. Man hat ein bestimmtes Produkt im Kopf, wenn man einen Shop betritt, man entdeckt ein zentrales Suchfeld und man gibt die Bezeichnung des Produktes in dieses Suchfeld ein. Bei diesem kompletten Ablauf wird nicht mehr viel nachgedacht. Und problematisch wirkt es sich aus, wenn die erscheinende Ergebnisliste nicht das gewünschte Resultat erbringt.

Die kritischen Momente bei der Produktsuche

Auch wenn heute fast jeder Shop im Internet mit einer Suchfunktion ausgestattet ist, dann stellt man bei intensiverer Betrachtung immer wieder ausgeprägte Schwächen und Mängel fest, die den einzelnen Shop-Betreiber teuer zu stehen bekommen. Führt die Shop-Suche nämlich nicht zu den erwünschten Ergebnissen, dann passiert es schnell, dass sich der Besucher verabschiedet und seine Aufmerksamkeit stattdessen auf einen Anbieter richtet, der sich mehr Gedanken über die Suchfunktion gemacht hat. Es gibt eine ganze Reihe von schweren Fehlern im Zusammenhang mit der Shop-Suche. Die schlimmsten Verfehlungen stellen wir Ihnen hier vor:

Der absolut schlimmste Fall bei der internen Suchfunktion im Online-Shop liegt dann vor, wenn keine Ergebnisse auftauchen. Der Kunde gibt einen Suchbegriff ein und wird entweder auf eine völlig leere Seite oder auf den lapidaren Verweis geleitet, dass seine Anfrage keine Resultate erbracht hat. Das fühlt sich aus Sicht des Verbrauchers ungefähr so an, als würde er in einem Geschäft einen Verkäufer fragen, ob der ihm wohl kurz helfen könnte und dafür die Antwort „Nein“ erhält. Was macht man in dieser Situation? Man dreht sich auf dem Absatz herum, verlässt den Laden und kehrt nie wieder zurück. Und so ergeht es auch den Shop-Betreibern, die ihren Besuchern ein entsprechendes Erlebnis zumuten. Die Lösung besteht übrigens darin, dass Sie dem Interessenten zumindest etwas anzeigen, das Ähnlichkeit mit dem von ihm gesuchten Produkt aufweist.

Fast ebenso schlimm ist es, wenn eine fehlerhafte Eingabe in Ihr Suchfeld zu falschen oder zu gar keinen Ergebnissen führt. Der Verbraucher verschreibt sich, ist mit der deutschen Sprache nicht wirklich vertraut oder leidet unter einer Rechtschreibschwäche und Sie bestrafen ihn dafür mit Ignoranz. Hierbei handelt es sich nicht gerade um eine gute Idee. Schließlich ist es nicht Ihre Aufgabe, die sprachlichen Fähigkeiten Ihrer Kunden zu analysieren, sondern erfolgreich Produkte im Internet zu verkaufen. Ihr Suchmechanismus sollte daher unbedingt in der Lage sein, Schreibfehler und abweichende Schreibweisen zu erkennen und auszugleichen.

Auch ein Klassiker unter den Fehlern im Umgang mit der Shop-Suche besteht darin, dass Sie Ihren Kunden abverlangen, die exakte Bezeichnung eines Produktes zu kennen. Es gibt tatsächlich Suchalgorithmen, die bei einer Kaffeemaschine mit der kryptischen Bezeichnung „PA 756 R“ bei der Eingabe des Suchbegriffes „Kaffeemaschine“ kein Ergebnis anzeigen. Stattdessen zwingen sie den Verbraucher zur Eingabe der genauen Typenbezeichnung und schaffen damit die Voraussetzung, fast jeden potenziellen Kunden zu vertreiben. Achten Sie unbedingt darauf, dass jeder Artikel in Ihrem Sortiment unter allen erdenklichen generischen Begriffen gefunden werden kann. Im Falle unserer „PA 756 R“ wären dies mindestens die Bezeichnungen Kaffeemaschine, Kaffeeautomat und Kaffee.

Selbst wenn eine Suchfunktion intelligent und fehlertolerant ist und wenn der Händler Sorge dafür getragen hat, dass all seine Produkte unter möglichst vielen Begriffen gefunden und angezeigt werden, dann kann er immer noch alles verderben, wenn die Ergebnisseite nicht optimal aufgebaut ist. Hier zählt vor allem die Reihenfolge der Suchergebnisse zu den ganz großen und schädlichen Fehlern. Ein Klassiker unter den schlechten Entscheidungen von Shop-Betreibern ist hierbei die Reihenfolge nach dem Alphabet. Gerade wenn man es mit technischen Produkten zu tun hat, deren Bezeichnungen gerne aus wilden Kombinationen von Zahlen und Buchstaben bestehen, dann hilft diese Sortierung wirklich keinem Verbraucher weiter. Auch eine Sortierung nach Preisen ist nicht immer sinnvoll. Hier kann es schnell passieren, dass sich der Suchende erst einmal durch Unmengen von kleinpreisigen Zubehörprodukten mit ähnlichem Namen quälen muss, bevor er endlich den gewünschten Artikel erreicht. Stattdessen sollte man die Ergebnisse entweder nach Relevanz oder Beliebtheit ordnen oder sich sogar manuell mit der Reihenfolge der Anzeige beschäftigen.

Der letzte Fehler, mit dem wir uns in dieser Auflistung beschäftigen wollen, ist die konkrete Darstellung der Suchergebnisse im Shop. Zum einen sollte die Ergebnisseite natürlich übersichtlich und gut lesbar sein. Zum anderen ist es dringend erforderlich, dass der Kunde auf Anhieb exakt erkennen kann, was sich hinter den einzelnen Resultaten verbirgt. Wer hier nur die Bezeichnung des Produktes anzeigt, der erweist seinem Besucher keinen guten Dienst. Stattdessen sollte hier, ähnlich wie man es von den Suchmaschinen kennt, eine Kurzbeschreibung des einzelnen Artikels auftauchen.

Die intelligente Suche sorgt für Abhilfe

Sie haben nun gesehen, wie wichtig es für den Erfolg Ihres Web-Shops ist, eine Suchfunktion anzubieten, die hohen Anforderungen entspricht. Hierbei kommt es vor allem darauf an, dass der Algorithmus Fehler erkennt, Synonyme beherrscht, Suchvorschläge unterbreitet, einen Suchvorgang nie ins Leere laufen lässt, die Ergebnisse in einer optimalen Reihenfolge ausgibt und die Seite mit den Resultaten ansprechend gestaltet.

Die Statistik zeigt, dass rund 7 Prozent der Shop-Betreiber gar keine Suchfunktion anbieten, während 53 Prozent sich mit der Standardfunktion ihres jeweiligen Shop-Systems zufrieden geben. 16 Prozent nutzen immerhin ein spezielles Zusatzmodul ihres Shop-Anbieters und nur 24 Prozent arbeiten mit der spezialisierten Suchfunktion eines Drittanbieters.

Einer der bekanntesten dieser Anbieter im deutschen Sprachraum ist das österreichische Unternehmen FINDOLOGIC GmbH aus Salzburg, das von dem Geschäftsführer Matthias Heimbeck geleitet wird. „Stop Searching – Find!“ lautet das Motto der Lösung für Online-Shops, die mit vielen Funktionen ausgestattet ist und in unterschiedlichen Modellvarianten gebucht werden kann. FINDOLOGIC lässt sich mühelos in jedes Shop-System integrieren und ist sofort einsatzbereit. Das Modul verfügt über Funktionen wie fehlertolerante Suche, semantische Filter, ein intelligentes Ranking, Filtermöglichkeiten in der Navigation oder Synonyme. Das kostenpflichtige System lässt sich ab einer Gebühr in Höhe von monatlich 30 Euro buchen. Bei diesem Einsteigertarif können bereits bis zu 5.000 Artikel verwaltet und bis zu 5.000 monatliche Suchanfragen abgewickelt werden. Für höhere Anforderungen stehen weitere Tarifoptionen zur Verfügung, die darüber hinaus mit verschiedenen Zusatzfunktionen verbunden sind. Weitere Informationen stehen auf www.findologic.com/features zur Verfügung.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, die Suchfunktion in Ihrem Shop zu optimieren, Fehler zu vermeiden und auf diese Weise mehr Kunden und höhere Umsätze zu generieren.

 

Tipp 1: Platzierung und Größe des Suchfeldes

Auch wenn es beinahe selbstverständlich erscheint, so entdeckt man doch immer noch eine ganze Reihe von Online-Shops, die das Suchfeld auf ihren Seiten regelrecht verstecken. Achten Sie unbedingt darauf, dass jeder Nutzer das Eingabefeld für die Produktsuche im Shop auf Anhieb entdecken kann. Dies gilt übrigens nicht nur für die Startseite. Sie sollten größten Wert darauf legen, dass das Suchfeld auf jeder Unterseite im Shop gleichermaßen gut platziert ist. Halten Sie sich dabei an die Konvention, dass Internetnutzer das Eingabefeld entweder oben rechts oder oben in der Mitte der Seite erwarten und brechen Sie nicht mit dieser Annahme. Darüber hinaus darf das Suchfeld auf keinen Fall zu klein sein. Wenn Sie mit individuellen Schriften im Eingabefeld arbeiten, dann achten Sie auf einen guten Kontrast und vermeiden Sie zu kleine Schriften.

Tipp 2: Synonyme und treffsichere Fehlertoleranz

Einer der wichtigsten Optionen einer wirklich guten Shop-Suche sind die Fehlertoleranz der dahinter stehenden Algorithmen und die Fähigkeit des Systems, mit Synonymen umzugehen. Fehlertoleranz bedeutet, dass der Anwender auch dann zum passenden Ergebnis kommt, wenn ihm Rechtschreibfehler unterlaufen sind oder wenn er nach Belieben Singular oder Plural verwendet. Während eine nicht fehlertolerante Suche den Besucher hier ins Leere laufen lässt, zeigt ein entsprechend optimiertes System dennoch die passenden Ergebnisse an. Suchfunktionen, die zusätzlich auch Synonyme beherrschen, leisten für den Kunden und damit auch für den Shop-Betreiber noch mehr. Sie leiten zum Beispiel aus der Sucheingabe „Laptop“ auch Ergebnisse ab, in denen das Wort „Notebook“ vorkommt und greifen hierzu auf eine umfangreiche Datenbank mit bedeutungsgleichen Worten zu. Achten Sie bei der Auswahl des Suchmechanismus in Ihrem Shop auf jeden Fall darauf, dass die Suchfunktion diese Optionen beherrscht.

Tipp 3: Aktive Vorschläge für den Nutzer

Wir kennen es alle von den Suchmaschinen: Man gibt die ersten paar Buchstaben eines Suchbegriffs ein und erhält sofort eine Auswahl von passenden Begriffen, auf die man nur noch klicken muss, um zum entsprechenden Ergebnis zu gelangen. Bei dieser durchdachten Funktion handelt es sich nicht nur um einen Vorsprung in Sachen Kundenfreundlichkeit und Usability. Neben der Bequemlichkeit, die sich durch diese aktiven Vorschläge für den Anwender ergibt, erhält er auch manche Anregung für weitere Suchbegriffe, auf die er ansonsten vielleicht nie gekommen wäre. Hiervon profitieren vor allem Online-Händler mit breit ausgelegten Sortimenten. Gibt der Kunde hier beispielsweise den Namen eines Markenherstellers ein, dann erkennt er auf einen Blick die Bandbreite der angebotenen Produkte dieses Brands. Außerdem hilft die automatische Vervollständigung von Suchbegriffen auch solchen Besuchern, die nicht genau wissen, wie ein gesuchter Artikel exakt geschrieben wird.

Tipp 4: Komfortable Filter für große Sortimente

Wer als Shop-Betreiber ein besonders großes Sortiment anbietet, der kann stark davon profitieren, wenn er es seinen Besuchern, Interessenten und Kunden deutlich erleichtert, mit dem umfangreichen Lieferprogramm umzugehen. Die reine Suchfunktion führt hier noch nicht ganz zum Ziel, da sie in vielen Fällen einfach zu viele Ergebnisse erbringt. Der Kunde reagiert darauf unter Umständen mit Ablehnung und wendet sich lieber einem Anbieter zu, der sein Sortiment besser strukturiert hat. Wenn Sie feststellen, dass die Suche in Ihrem Shop zu sehr vielen Ergebnissen führt, dann sollten Sie Ihren Kunden unbedingt ermöglichen, die Resultate auf sinnvolle Weise zu filtern und zu selektieren. Sicher kennen Sie die Techniken, mit denen Amazon oder eBay in diesem Bereich sehr effektiv und erfolgreich arbeiten. Lassen Sie sich von diesen Lösungen inspirieren und bieten Sie Ihren Kunden durch eine entsprechende Funktion eine deutlich verbesserte Usability.

Tipp 5: Im Mobile Commerce ist die Suche besonders wichtig

Immer mehr Internetnutzer sind heute mit mobilen Endgeräten im World Wide Web unterwegs. Studien und Untersuchungen haben gezeigt, dass der durchschnittliche Anwender von Smartphones und Tablet PCs nur wenig Interesse am beliebigen Stöbern in interessanten Shops hat. Stattdessen wird hier sehr zielgerichtet gesucht. Dieses Phänomen erklärt sich vor allem dadurch, dass die Beschäftigung mit dem mobilen Device in den meisten Fällen neben einer anderen Tätigkeit erfolgt. Die ohnehin ungeduldigen Nutzer stehen zusätzlich vor dem Problem, dass die Eingabe von Texten bei den oft sehr kleinen Geräten nicht besonders komfortabel ist. Daher ist es vor allem im Mobile Commerce sehr wichtig, besonders bequeme Suchfunktionen mit cleveren Optionen anzubieten. Vor allem die automatische Vervollständigung von Suchbegriffen ist hier von Verbrauchern sehr gerne gesehen.

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.