Crash-Kurs Online-Handel: 10 Erfolgskonzepte für Shop-Betreiber

Jedes Jahr reagieren die Wirtschaft und ihre Beobachter mit anerkennendem Erstaunen auf die aktuellen Branchenzahlen aus dem E-Commerce. Die jährlichen Wachstumswerte liegen in der Regel selbst über den optimistischsten Prognosen und erreichen verlässlich ein Rekordniveau nach dem anderen. Kein Wunder, dass angesichts dieser ausgezeichneten Aussichten immer mehr Gründer und angehende Unternehmer in den Online-Handel drängen. Und wenn sie alles richtig anstellen, dann ist in der Branche auch noch ausreichend Platz für sie. Wir stellen Ihnen 10 Konzepte vor, die den Einstieg in den E-Commerce zu einer sicheren Angelegenheit machen.

Crash Kurs für den Start in den E-Commerce

 

Erfolg und Scheitern liegen im E-Commerce nahe beieinander

Wirft man einen eingehenden Blick auf das Geschick und den Geschäftsverlauf junger Internetunternehmen, dann stellt man häufig fest, dass sowohl die Erfolgsfaktoren als auch die möglichen Gründe, die zum Scheitern führen können, jeweils weitgehend identisch sind. Mit anderen Worten: Es gibt auf der einen Seite ganz eindeutige Rahmenbedingungen, die zum Erfolg führen und auf der anderen Seite ganz klare Ursachen für erhöhte Risiken.

Wüsste man als Gründer darum, dann könnte man einen wirksamen Erfolgsfahrplan entwerfen. Hierzu müsste man lediglich die begünstigenden Faktoren betonen und die Gründe für ein mögliches Scheitern weiträumig umgehen. Und genau einen solchen Fahrplan haben wir für Sie erarbeitet. Die folgenden 10 Konzepte beleuchten vor allem die Gründungssituation und bieten angehenden Internetunternehmern eine Orientierung auf dem Weg in die berufliche Selbständigkeit im Online-Handel. Ohne dass diese Anleitung einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, werden hier doch alle wichtigen und wesentlichen Aspekte beleuchtet.

 

Konzept 1: Sind Sie überhaupt ein Internetunternehmer?

Bevor es mit Ihrer Selbständigkeit im Online-Handel überhaupt losgehen kann, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie grundsätzlich ein Typ für den E-Commerce sind. Die Branche bietet Ihnen hervorragende Chancen, verlangt Ihnen aber auch einiges ab. Sie sollten sich mit Ihrem künftigen Produktbereich gut auskennen und über Grundkenntnisse in Bezug auf die Artikel verfügen, mit denen Sie handeln wollen. Außerdem benötigen Sie ein gewisses technisches Verständnis und ein Interesse an digitalen Medien und moderner Kommunikation.

Meistens werden Web-Shops im ersten Schritt als reine „One-Man-Shows“ gegründet. Es wird wahrscheinlich eine Weile dauern, bis Sie erste Mitarbeiter einstellen und Sie müssen bereit und in der Lage sein, vor allem in der Anfangszeit sehr viel zu arbeiten und sich für keine anfallende Tätigkeit zu schade zu sein. Wenn Sie die genannten Voraussetzungen erfüllen, dann spricht nichts gegen den Schritt in die berufliche Selbständigkeit als Online-Händler.

 

Konzept 2: Das passende Shop-System

Die Shop-Software ist für den Online-Händler ebenso wichtig wie die Geschäftsräume für den Betreiber eines stationären Ladens. Die Auswahl an Lösungen, mit denen Sie Produkte im World Wide Web anbieten und verkaufen können, ist heute sehr groß. Das ist zum einen ein Vorteil, da Sie die Chance haben, sich exakt für das System zu entscheiden, das Ihren Wünschen, Vorstellungen und Anforderungen entspricht. Gleichzeitig ist das Angebot aber auch unübersichtlich und weist viele Überschneidungen auf.

Dadurch haben es vor allem Anfänger im E-Commerce nicht immer ganz leicht, das richtige Shop-System auszuwählen. Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, eine entsprechende Lösung zu kaufen oder zu mieten. Zusätzlich stehen am Markt auch Systeme zur kostenlosen Nutzung bereit. Verschaffen Sie sich einen Überblick über das Angebot und erarbeiten Sie im Vorfeld eine genaue Aufstellung Ihrer Anforderungen an eine Shop-Software. Entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für ein System, dass Sie gegen eine monatliche Gebühr nutzen können und das in Umfang und Funktion mit Ihnen und Ihrem Unternehmen wachsen kann.

 

Konzept 3: Der erste Eindruck zählt

Der erste Eindruck entscheidet im Leben über Sympathie und Abneigung und hat auch im Geschäftsleben eine wichtige Bedeutung. Ihr Online-Shop erzeugt diesen Eindruck vor allem durch sein Design. Daher sollten Sie die Gestaltung Ihrer Shop-Seiten in professionelle Hände legen und sich hierfür externe Unterstützung holen. Manche Shop-Systeme bieten Ihnen vorgefertigte Designs, die sich auf einfache Weise verändern und an Ihre Vorstellungen und Wünsche anpassen lassen.

Allerdings sollten Sie sich auch hierbei von einem professionellen Grafiker beraten lassen, der beurteilen kann, wie bestimmte Farbkombinationen und Gestaltungselemente auf Verbraucher wirken. An dieser Stelle Kosten zu sparen kann sich schnell zu Ihrem Nachteil auswirken. Man entdeckt im Netz eine ganze Reihe von Shops, denen man allzu deutlich ansieht, dass ihre Besitzer die Gestaltung in Eigenregie übernommen haben und die dementsprechend einen unprofessionellen Eindruck erwecken. Ein solcher erster Eindruck geht stark zu Lasten des Vertrauens, das ein neuer Besucher dem Shop entgegen bringt und wirkt sich von daher stark umsatzmindernd aus.

 

Konzept 4: Stolperfalle Verbraucherrecht

Von Ihrer ersten Stunde als Online-Händler an sind Sie mit rechtlichen Aspekten und vor allem mit dem Verbraucherrecht konfrontiert. Der deutsche Gesetzgeber und auch das europäische Recht geben Ihnen dabei eine ganze Reihe von Bedingungen auf, die Sie lückenlos erfüllen müssen, da Sie ansonsten erhebliche Schwierigkeiten bekommen können. Zum einen sind Sie dazu verpflichtet, Ihren Besuchern verschiedene Dokumente und Texte zur Verfügung zu stellen, aus denen diese eindeutig erkennen können, welche Regeln in Ihrem Shop gelten. Hierzu zählen vor allem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die Widerrufserklärung und die Datenschutzerklärung.

Außerdem müssen Sie sich an bestimmte Regeln und Richtlinien hinsichtlich der Produktbeschreibung, der Preisauszeichnung, des Urheberrechts und des Wettbewerbsrechts halten. Verstöße können mit schwerwiegenden Konsequenzen verbunden sein. Neben rechtlichen Auseinandersetzungen mit Kunden drohen Ihnen vor allem Abmahnungen durch Mitbewerber und Anwaltskanzleien, die teilweise mit erheblichen Kosten verbunden sind. Daher sollten Sie sich vor dem Start des Online-Shops entweder individuell rechtlich beraten lassen oder die Leistungen eines entsprechenden Anbieters im Internet in Anspruch nehmen.

 

Konzept 5: Ohne soziale Medien geht nichts mehr

Innerhalb der Internetnutzung spielen heute die sozialen Netze eine immer wichtigere Rolle. Ein rasant wachsender Anteil von Verbrauchern ist mittlerweile auf Plattformen wie Facebook, Twitter, Google+ und anderen aktiv und verbringt hier einen großen Teil der Online-Zeit. Obwohl hierbei der private Austausch mit Freunden, Bekannten, Verwandten und Kollegen deutlich im Vordergrund steht, geht es in den sozialen Netzen auch immer um Empfehlungen für bestimmte Produkte und Anbieter. Hierdurch sind diese Medien auch für den E-Commerce immer wichtiger geworden und werden von fast jedem erfolgreichen Online-Händler ausgiebig genutzt.

Arbeiten Sie daher unbedingt mit einem eigenständigen Konzept in Sachen Social Media Marketing. Bieten Sie Ihren Besuchern und Kunden dazu die Möglichkeit, Ihnen auf den wichtigen sozialen Netzen zu folgen und versorgen Sie Ihre Zielgruppe auch dort mit Informationen, Neuigkeiten und exklusiven Angeboten. Sie werden schnell feststellen, dass Ihre Besucherzahlen in die Höhe schnellen, wenn es Ihnen gelingt, innerhalb der sozialen Netze ins Gespräch mit potenziellen Kunden zu gelangen.

 

Konzept 6: Content is King

Haben Sie im Zusammenhang mit Online-Marketing schon einmal den Ausdruck „Content is King“ gehört? Wahrscheinlich lautet Ihre Antwort „Ja“, da dieses Konzept seit einiger Zeit in aller Munde ist und in vielen Publikationen über den Online-Handel besprochen wird. Gemeint ist damit, dass es bei der Vermarktung von Internet-Shops heute immer stärker auf die konkreten Inhalte der Seiten ankommt. Die Verbraucher erwarten von Ihren Web-Shops ein umfassendes Informationsangebot, bevor Sie sich für einen Einkauf entscheiden.

Hierzu müssen Sie als Händler nicht nur umfangreiche und detaillierte Produktbeschreibungen anbieten, sondern Ihre Besucher auch mit Ratgebern, Blog-Artikeln, Einkaufsberatern und aktuellen Neuigkeiten rund um Ihren Produktbereich versorgen. Doch nicht nur die Verbraucher legen großen Wert auf den Inhalt Ihrer Seiten. Auch bei den Suchmaschinen spielt der Content eine wichtige Rolle. Er bestimmt nämlich heute maßgeblich darüber, als wie nützlich und relevant Ihre Seiten eingestuft werden und damit über das Ranking auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen.

 

Konzept 7: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Vielleicht sind Sie ja der Auffassung, dass Sie über Geschäftssinn und ein gutes Gespür für wirtschaftliche Vorgänge verfügen und haben daher die Vorstellung, dass Sie alle geschäftlichen Entscheidungen erfolgreich aus dem Bauch heraus treffen können. Diese selbstbewusste Auffassung hat schon oft zum Scheitern junger Unternehmen geführt. Deshalb sollten Sie sich hier lieber an anderen Vorbildern orientieren. Eine seriöse und professionelle Unternehmensführung basiert grundsätzlich auf eindeutigen und belastbaren Zahlen und Fakten und nicht auf Ihrem Gespür oder Ihren Gefühlen.

Sorgen Sie dafür, dass Ihnen alle wichtigen Werte und Kennzahlen aus dem Unternehmen zu jeder Zeit zur Verfügung stehen und erlernen Sie, aus diesen Daten Rückschlüsse auf die aktuelle Situation und die bestmöglichen Entscheidungen zu ziehen. Verinnerlichen Sie, dass ohne Reports, Auswertungen, Prognosen und Berichte keine erfolgreiche Unternehmensführung möglich ist. Wenn Sie dennoch den Eindruck haben, auch auf Ihre Intuition hören zu müssen, dann toben Sie sich im Bereich Sortimentsplanung und Verkaufsförderung kreativ aus.

 

Konzept 8: Die Sicherheit Ihrer Kunden liegt in Ihren Händen

Das Internet ist nicht erst seit der NSA-Affäre auch eng mit dem Thema Datenschutz und Sicherheit verknüpft. Als gewerblicher Anbieter im World Wide Web tragen Sie eine gewisse Verantwortung für Ihre Besucher und Kunden, die Sie ernst nehmen sollten. Verbraucher legen heute immer größeren Wert auf einen seriösen und einwandfreien Umgang mit ihren persönlichen Daten und reagieren sehr empfindlich auf Verstöße gegen den Datenschutz.

Zeigen Sie Ihren Besuchern daher von Anfang an, dass Sie Ihre Verantwortung kennen und ernst nehmen. Erklären Sie den Verbrauchern auf Ihren Seiten exakt, wie Sie mit ihren Daten umgehen, welche Sicherheitsmaßnahmen Sie ergriffen haben und welche Möglichkeiten Sie Ihren Kunden zur Verfügung stellen, um selber Einfluss auf ihre Daten bei Ihnen zu nehmen. Sie sollten Ihren Käufern unter anderem unbedingt anbieten, dass sie alle bei Ihnen gespeicherten Daten jederzeit löschen lassen können.

 

Konzept 9: Viele Neukunden durch Suchmaschinenoptimierung

Während ein stationärer Ladenbetreiber sein Geschäft nach Möglichkeit in einer gut besuchten Lauflage eröffnet, um möglichst viele Kunden auf sich und seine Angebote aufmerksam zu machen, müssen Sie als Online-Händler andere Methoden anwenden, um an Neukunden zu gelangen. Am einfachsten gelingt dies heute durch ein gutes Ranking bei den Suchmaschinen. Für die meisten Verbraucher in Deutschland beginnt der Online-Einkauf nämlich mit einer Suchanfrage im Internet und in rund 90 Prozent der Fälle handelt es sich bei dieser Suchmaschine um Google.

Vor diesem Hintergrund ist es für Sie als Internetunternehmer unersetzlich, sich umfassend mit dem Thema der Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu beschäftigen, um Ihre Angebote möglichst weit oben auf den Ergebnisseiten zu platzieren, wenn ein für Sie relevanter Suchbegriff eingegeben wurde. Die Suchmaschinenoptimierung ist eine sehr komplexe Disziplin. Dies liegt unter anderem daran, dass Google mehr als 200 verschiedene Faktoren auf Ihren Seiten untersucht, analysiert und berücksichtigt, um Ihr Ranking festzulegen. Daher sollten Sie sich in Sachen SEO unbedingt von einem versierten Experten beraten lassen oder sich selber so intensiv mit der Materie beschäftigen, dass Sie Ihre eigenen Seiten souverän für Google & Co. optimieren können.

 

Konzept 10: Effektiv werben und erfolgreich verkaufen

In Sachen Verkaufsförderung und Neukundengewinnung sollten Sie sich allerdings nicht allein auf die Suchmaschinenoptimierung verlassen, sondern auch weitere Möglichkeiten und Instrumente einbeziehen und nutzen. Es kann eine ganze Weile dauern, bis die Aktivitäten im Bereich SEO zu spürbaren Erfolgen führen. Während der Wartezeit oder in einer besonders starken Konkurrenzsituation können Sie ergänzend auf Programme wie Google AdWords zurückgreifen. Hierbei zahlen Sie einen bestimmten Betrag dafür, dass Ihre Suchergebnisse im Anzeigenbereich der Ergebnisseiten weit oben angezeigt werden. Gebühren fallen dabei erst dann an, wenn ein Internetnutzer auch tatsächlich auf Ihre Anzeige klickt.

Eine weitere Möglichkeit besteht im sogenannten Affiliate Marketing. Hierbei schalten Sie Anzeigen oder Banner auf bereits sehr stark besuchten Internetseiten anderer und vergüten dem Seitenbetreiber jeden Verkauf, zu dem es durch die Werbung in Ihrem eigenen Shop kommt, durch eine vorher fest vereinbarte Provision. Sowohl die Werbung per AdWords als auch das Affiliate Marketing können vor allem Einsteigern in den Online-Handel dabei helfen, von Anfang an interessante Umsätze zu tätigen und bilden auch im weiteren Verlauf eine verlässliche Basis für hohe Besucherzahlen und gute Einnahmen.

 

So funktioniert Marketing für Gewinner

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.