[Gründerstory] COBI.bike – Ein Start-up bringt das Fahrrad ins 21. Jahrhundert

Dinge, die es zuvor in identischer oder in zumindest ähnlicher Weise bereits gab, miteinander zu kombinieren, ist eine hervorragende Möglichkeit zur Gründung erfolgreicher Unternehmen. Die COBI.bike GmbH aus Frankfurt verbindet diesen Ansatz mit einer eigenen App und einer sehr guten Gesamtstrategie. Das Ergebnis stellen wir Ihnen im Rahmen unserer aktuellen Gründerstory gerne vor.

Sicherheit, Komfort und Spaß mit dem Fahrrad

Bei unserem heutigen Start-up handelt es sich um ein High-Tech-Unternehmen aus der Fahrradbranche. Die COBI.bike GmbH aus Frankfurt wurde von Andreas Gahlert, Carsten Lindstedt, Heiko Schweickhardt und Tom Acland gegründet, gehört heute, mit 35 Beschäftigten, zu Bosch eBike Systems und wird nach wie vor vom Gründerteam geleitet. Das Unternehmen hat sich etwas Bahnbrechendes einfallen lassen, um aus jedem beliebigen Fahrrad mit wenigen Handgriffen ein Smart Bike zu entwickeln. Hierunter versteht man ein eher klassisches Fortbewegungsmittel, das den Anschluss an die digitalisierte Welt gefunden hat und seinem Besitzer eine ganze Reihe von erstaunlichen Funktionen zur Verfügung stellt.

Jede einzelne Komponente ist dabei womöglich gar nicht so innovativ und überraschend. Es kommt eher auf die kluge Kombination an und die hat es wirklich in sich. Im Folgenden werden wir Ihnen das Unternehmen COBI.bike ausführlich vorstellen. Sie werden erfahren, was es mit dem Produkt des Start-ups auf sich hat und was es ambitionierten Fahrradfahrern alles bietet. Wir werfen aber auch einen Blick hinter die Kulissen, zeichnen den bisherigen Werdegang des Frankfurter Unternehmens nach und analysieren für Sie die entscheidenden Erfolgsfaktoren. Auf diese Weise entsteht ein sehr vollständiges Bild von einem außergewöhnlichen Start-up, das Sie selbst nutzen können, um sich für eigene Projekte in Richtung Gründung und Selbstständigkeit inspirieren zu lassen.

Das Smart Bike für jedermann: COBI.bike macht es möglich

Zunächst einmal handelt es sich bei einem Fahrrad um ein recht klassisches Fortbewegungsmittel. Betrachtet man seine einzelnen Komponenten, dann stellt man fest, dass diese sich zwar auf rein technischer Basis stetig verbessert haben, um zum Beispiel deutlich leichtere Fahrräder zustande zu bringen. Ihre ursprüngliche Funktion haben Teile wie Rahmen, Räder, Lenker, Bremse, Gangschaltung, Pedale, Kette oder Kettenräder aber über die letzten Jahrzehnte weitgehend behalten.

Dies wollten die vier Gründer von COBI.bike, Andreas Gahlert, Carsten Lindstedt, Heiko Schweickhardt und Tom Acland, nicht so stehen lassen. Also erfanden sie ein innovatives Produkt, das mit wenigen Handgriffen aus jedem Fahrrad ein Smart Bike generiert.

Hierzu wird zunächst ein zentrales Hub als Haupteinheit am Lenker montiert. Mit einer speziellen Halterung kann nun ein Smartphone hierauf befestigt und angeschlossen werden. Hinzu kommt ein Daumen-Controller, der am seitlichen Handgriff des Lenkers angebracht wird und der insgesamt 6 Tasten zur Steuerung des Systems bietet. Je nach Ausstattung enthält das zentrale Hub einen Frontscheinwerfer. Ein drahtlos betriebenes Rücklicht ist ebenfalls verfügbar, wenn man sich für die entsprechende Produktvariante entscheidet.

Als Smartphone kommen sowohl Android Handys ab Android 4.4 wie auch iPhones infrage. Während das iPhone eine spezielle Halterung erhält, kommt für Android Telefone eine universelle Halterung zum Einsatz. Im Mittelpunkt des Systems steht eine App, die sowohl für iOS als auch für Android angeboten wird. Diese verwandelt das Handy innerhalb von Sekunden in einen leistungsfähigen Radcomputer mit Navi inkl. weltweiter Offline-Karten und Sprachausgabe, Wettervorhersage, Telefonfunktion mit Rufannahme am Lenker, Fitness Tracker mit Echtzeit-Daten, Kilometerzähler und vielem mehr. Das System stellt unter anderem eine Ladefunktion fürs Handy per Akku-Pack, eine Alarmanlage, eine Klingel, ein Frontlicht mit AmbiSense-Technologie und ein entsprechendes Rücklicht zur Verfügung.

Große Schritte innerhalb von kurzer Zeit: Der Werdegang von COBI.bike

Die bisherige Firmengeschichte von COBI.bike lässt sich am besten mit den Worten schnell, erfolgreich, entschieden und ambitioniert beschreiben. Andreas Gahlert, Carsten Lindstedt, Heiko Schweickhardt und Tom Acland haben sich nicht wirklich viel Zeit gegönnt, um ihr Unternehmen in eine ausgesprochen gute Position zu bringen.

Durch ihr energisches, erfolgreiches und temporeiches Auftreten ist es dem Gründerteam nicht nur gelungen, eine beeindruckende Finanzierung auf die Beine zu stellen. Man konnte auch zahlreiche strategische Partner gewinnen, die eng mit COBI.bike verbunden sind und mit denen gemeinsam viele wichtige Entwicklungen absolviert werden konnten. Einer der letzten Coups des Gründerteams war vor kurzem der erfolgreiche Verkauf des ganzen Start-ups an ein Unternehmen der Bosch-Gruppe.

Doch gehen wir der Reihe nach vor. Ideenfindung und Gründung fanden im Jahr 2014 statt. Ab Dezember 2014 startete dann eine erste Finanzierungsrunde über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Innerhalb der ersten 30 Tage konnten bereits 400.000 US-Dollar eingeworben werden. Die ganze Kampagne wurde schließlich über 4 Millionen US-Dollar groß. Entsprechend gut aufgestellt konnte nun fleißig entwickelt und vertrieben werden.

Eine weitere Finanzierungsrunde folgte in 2016 mit einem Ergebnis von insgesamt 6,3 Millionen Euro. Hierbei handelte es sich nicht nur um eine der erfolgreichsten Projekte aus Deutschland, sondern auch um die die zweiterfolgreichste Kampagne aus dem Bereich Fahrradtechnik aller Zeiten. Entsprechend konnte die weltweite Markteinführung von COBI.bike bereits im zweiten Quartal 2016 starten. Es ergaben sich in der Folge zahlreiche sinnvolle Kooperationen mit Unternehmen aus der Fahrradwelt.

Im November 2017 war es dann soweit: Bosch eBike Systems hat COBI.bike vollständig übernommen und setzt die eingeschlagenen Wege mit dem bisherigen Gründerteam fort.

Universell, durchdacht und am Puls der Zeit: Die Erfolgsfaktoren von COBI.bike

Einen Teil der entscheidenden Erfolgsfaktoren haben wir bereits benannt. Man hat es hier mit einem ausgesprochen dynamischen, professionellen, geschickten und optimal vernetzten Gründerteam zu tun. So ergaben sich weder Probleme mit der Entwicklungsgeschwindigkeit noch mit der Finanzierung des außergewöhnlichen Start-ups.

Weiterhin ist der Erfolg dem Produkt selbst zu verdanken. Dieses ist zum einen universell, da es mit annähernd jedem Fahrrad und mit fast jedem Smartphone optimal funktioniert. Als Kunde muss man sich lediglich zwischen drei Varianten entscheiden. COBI.bike sport ist mit 249,00 Euro das Einstiegsmodell und bietet bereits sämtliche Grundfunktionen. Das COBI.bike fügt bei einem Preis von 299,00 Euro den leistungsfähigen Frontscheinwerfer hinzu und und COBI.bike plus schließlich rundet das Angebot mit einem zusätzlichen Rückscheinwerfer ab und wird mit 339,00 Euro berechnet.

Ein kostenloser Versand und eine 60-tägige Geld-zurück-Garantie erleichtern vielen Kunden die Entscheidung für ein COBI.bike System noch. Dies trägt ebenfalls zum Erfolg des Startups bei. Und nicht zuletzt dürfte auch die vergleichsweise kleine Belegschaft eine wichtige Rolle spielen. Bei COBI.bike sind lediglich 35 Personen beschäftigt und konnten ein wirklich großartiges Unternehmen auf die Beine stellen.

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.