[Interview] Mit dieser App öffnet sich fast jede Hoteltür

Die App von Hotelbird digitalisiert die An- und Abreise von Hotels. Nach dem Motto Einchecken, Tür öffnen, auschecken sparen können die Gäste bequem Zeit sparen und das Hotelpersonal wird bei standartisierten Serviceleistungen an der Rezeption entlastet. Im Interview erklärt Mit-Gründer Juan A. Sanmiguel, wie das Tech-Startup Hotelbird die Hotelbranche mit seiner digitalen Vision revolutionieren will.


1. Herr Sanmiguel, wer sind Sie?
Ich denke, ich würde mich ganz einfach als einen Vollblutunternehmer bezeichnen, der schon immer eine Leidenschaft für innovative Technologien hatte und Dinge vorantreiben möchte.

2. Wie würden Sie Hotelbird selbst beschreiben?
Ein schnellwachsendes Tech-Start-up mit der Vision, das Reiseerlebnis von Hotelgästen durch die Einführung von neuen Standards in der Hotellerie neu zu definieren.

3. Seit wann gibt es Hotelbird und was war der entscheidende Gründungsimpuls?
Offiziell gibt es hotelbird seit April 2015. Allerdings haben die ersten Arbeiten bereits im Jahr 2014 stattgefunden, wie beispielsweise erste Gespräche mit Branchenkennern, vor allem Hoteldirektoren und Rezeptionisten, um vorhandene Probleme besser identifizieren zu können. Unsere Vision ist es, die Digitalisierung auch in der Hotellerie voranzutreiben und (ähnlich wie es auch Uber und Mytaxi geschafft haben) neue Standards zu setzen.

 

4. Wie verlief die eigentliche Gründungsphase?
Das Finden eines Mitgründers gestaltete sich zunächst etwas schwierig und dauerte einige Zeit. Ich habe mir hier allerdings bewusst die Zeit genommen, da es enorm wichtig ist, einen loyalen Partner zu finden, um darauf basierend ein ganzes Team zu gründen. Ich habe viele Gespräche mit Entwicklern geführt, die mich dann letztendlich zu Korbinian Hackl geführt haben. Als talentierter junger Entwickler und Unternehmer vereinigte er genau die Eigenschaften, die für den Erfolg eines neu gegründeten Unternehmens wichtig sind. Nachdem wir mit unseren ersten Arbeiten begonnen hatten, konnten wir einen Business Angel finden, der in die Idee investiert hat. Danach nahm das Geschäft seinen Lauf und wir konnten unsere erste Hotelkette, Partner sowie eine Seed-Finanzierung für uns gewinnen.

5. Wie wurde das Gründungskapital finanziert?
Anfangs hatten wir das sogenannte Bootstrapping angewendet, d. h. die Unternehmensgründung ohne externe Finanzierung, bevor wir anschließend das Kapital des Business Angels erhalten hatten. Die Vorteile des Bootstrappings liegen vor allem darin, dass wir von Beginn an gezwungen waren, effektiv und sparsam zu wirtschaften. Jede unserer Entscheidungen musste gut durchdacht werden, bevor sie umgesetzt werden konnte.

6. Wo sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber Ihren Mitbewerbern?
Zunächst ganz klar in unserer fortgeschrittenen Technologieplattform mit offenen Schnittstellen, sodass das Anbinden sehr vieler Systeme möglich ist. Unter anderem bieten wir auch eine White Label App-Lösung für Hotels an. Des Weiteren existieren keine strategischen Zusammenarbeiten mit OTA´s, sodass wir sehr unabhängig agieren können. Als weiteres Alleinstellungsmerkmal sehe ich auch unsere starken Partnerschaften mit namenhaften Unternehmen.

7. Welches war die größte Herausforderung, die von Ihnen bewältigt werden musste?
Die größte Herausforderung war vor allem, unsere Partner (Schließsystemhersteller, sowie PMS Anbieter) von der Idee zu überzeugen und diese für uns zu gewinnen. Anfangs wurden wir hinsichtlich des BLE-Systems belächelt. Heute allerdings führen viele Großunternehmen BLE als Standard in den Markt ein. Wir konnten das BLE-System gemeinsam mit führenden Schließsystemherstellern entwickeln, welche ihre Systeme nunmehr standardmäßig damit ausstatten.

 

8. Was würden Sie rückblickend auf die Startphase von Hotelbird ändern?
Wenn ich ganz ehrlich sein darf, würde ich eigentlich nichts ändern. Natürlich gab es zwar auch Schwierigkeiten, die wir jedoch gut bewältigen konnten, sodass wir insgesamt zufrieden sind.

9. Gab es während der Gründungszeit auch unerwartete Fortschritte oder Meilensteine?
Die gab es. Wir hätten nicht damit gerechnet, die weltweit größte Budget-Hotelkette für uns zu gewinnen, sowie die größte Deutsche Hotelgesellschaft. Weiterhin sind wir sehr dankbar, dass wir mit ORACLE und ASSA ABLOY zusammen ein einzigartiges Produkt entwickeln durften.

10. Nach dem erfolgreichen Start: Wie schöpfen Sie neue Energie und Motivation für Hotelbird?
Meine Energie kommt vor allem durch die Vision und Mission, die Hotelbranche nachhaltig zu verändern und besagte neue Standards zu setzen, sowie die Digitalisierung voranzutreiben.

 

11. Welche Eigenschaften sollte ein Existenzgründer mitbringen?
Meiner Meinung nach ein hohes Maß an Durchhaltevermögen, Mut und Ehrgeiz. Gründer sollten sich rechtzeitig mit dem relevanten Markt befassen und zusammen mit potenziellen Kunden Probleme identifizieren, sowie mit den ersten Kunden das MVP entwickeln.

12. Wo sehen Sie zukünftig die größten Herausforderungen für Hotelbird?
Die Marktführerschaft in Deutschland beizubehalten, sowie eine Marktführerschaft in Europa zu erreichen, gehören definitiv zu unseren Herausforderungen wie auch angestrebten Meilensteinen. Wir streben danach, das Reiseerlebnis für Hotelgäste so einfach und effizient wie möglich zu gestalten. Unser Ziel ist es, auch weitere innovative Produkte für die Hotellerie zu entwickeln und gleichzeitig unsere Partnerschaften weiter auszubauen.

 

 


 

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.