Think Big: 5 Tipps zur Internationalisierung von Online-Shops

Sie betreiben einen eigenen Online-Shop und erzielen an den deutschsprachigen Märkten bereits gute Umsätze? Dann werden Sie sich früher oder später die Frage stellen, ob sich Ihre Angebote nicht auch im Ausland gewinnbringend vermarkten lassen. Schließlich bietet Ihnen vor allem der Handel innerhalb der EU ein hohes Maß an Rechtssicherheit. Mit der reinen Übersetzung von Verbraucher- und Produkttexten ist es allerdings nicht getan. Wir erklären Ihnen, wie der grenzübergreifende Online-Handel zum Erfolg wird.

Internationalisierung von Online-Shops

Warum nicht (auch) in die Ferne schweifen?

Als Internetunternehmer sind Sie eigentlich immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Expansion. Getreu dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ arbeiten Sie ständig an der Entwicklung neuer Strategien, die Ihrem Unternehmen zu mehr Wachstum verhelfen sollen. Wenn Sie sich hierbei bislang noch auf den heimischen Markt beschränkt haben, dann wird es Zeit, eine Stufe größer zu denken. Der Verkauf Ihrer Produkte an Verbraucher in anderen Ländern ist eine lohnenswerte Sache, wenn Sie einige grundlegende Regeln beachten. Hiervon profitieren Sie gleich auf mehrfache Weise:

  • Sie vergrößern Ihre potentielle Zielgruppe in erheblicher Weise
  • Sie nutzen bestehende Strukturen, um deutlich mehr Verkäufe abzuwickeln
  • Sie bauen sich weitere Standbeine auf, die einen erhöhten Krisenschutz bieten
  • Sie erweitern Ihren persönlichen Horizont und machen neuen Erfahrungen

Der internationale Handel ist eine spannende Angelegenheit. Alleine in Bezug auf die Europäische Union vergrößern Sie Ihre potentielle Kundengruppe um den Faktor 6, wenn Sie Ihre Produkte auch im Ausland anbieten. Dabei nutzen Sie geschickt die bereits bestehenden Einkaufs-, Abwicklungs- und Logistik-Strukturen, um deutlich mehr Verkäufe abzuwickeln und höhere Umsätze zu erzielen. Lässt der Umsatz aufgrund von Krisen in einem Ihrer Zielgebiete nach, so sind andere von Ihnen betreute Märkte in der Lage, den Verlust auszugleichen. Und nicht zuletzt erweitern Sie Ihren persönlichen Horizont durch die Internationalisierung, eröffnen sich den Zugang zu neuen Partnerschaften und bringen mehr Abwechslung in Ihren Arbeitsalltag.

Internationalisierung ist weit mehr als die Übersetzung von Shop-Inhalten

Wer davon ausgeht, dass die Internationalisierung eines Online-Shops bereits mit der schlichten Übersetzung von Verbraucher- und Produkttexten erledigt ist, der begeht allerdings einen schweren Irrtum. Um sich auf einen erfolgreichen Verkauf von Produkten in fremden Ländern vorzubereiten, sind deutlich mehr Schritte erforderlich. Letztlich müssen Sie die Verbraucher in jedem einzelnen Land auf dieselbe Weise erobern, wie Sie es auch bereits am deutschen Markt getan haben. Im Einzelnen warten also die folgenden Aufgaben auf Sie:

  • Übertragung sämtlicher Inhalte im Shop auf die jeweilige Landessprache
  • Berücksichtigung von kulturellen Unterschieden in den Zielländern
  • Angepasstes Marketing in Bezug auf die Verbraucher in anderen Regionen
  • Suchmaschinenoptimierung für jedes einzelne Land, in dem Sie tätig werden
  • Errichtung von Strukturen zur direkten Kundenbetreuung in anderen Ländern

Sie sehen, dass die Internationalisierung Sie vor große Aufgaben stellt, die mit viel Aufwand verbunden sind. Dennoch lohnt es sich, diese Mühe auf sich zu nehmen, da jeder einzelne Markt im Ausland Ihnen dieselben Chancen bietet, wie die heimischen Märkte, wenn Sie sorgfältig und konsequent vorgehen. Die folgenden 5 Expertentipps sollen Ihnen den Einstieg in den internationalen Handel erleichtern und Ihnen dabei helfen, eklatante Fehler zu vermeiden.

Tipp 1: Expandieren Sie nur, wenn Ihr Geschäftsmodell funktioniert

Eine wesentliche Voraussetzung für eine lohnende Expansion in andere Länder besteht darin, dass Ihr Geschäftsmodell am heimischen Markt bereits tadellos funktioniert. Schließlich wollen Sie Ihre Umsätze und Gewinne und nicht Ihre Schwächen und Verluste multiplizieren. Bevor Sie also damit beginnen, über den internationalen Handel konkret nachzudenken, sollten Sie die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens kritisch überprüfen und Schwachstellen konsequent eliminieren. Erst wenn alles optimal läuft, ist die Zeit für die Internationalisierung reif.

Tipp 2: Gehen Sie in kleinen und gut geplanten Schritten vor

Es wäre verhängnisvoll, wenn Sie im Rahmen der geplanten Internationalisierung gleichzeitig viele Zielmärkte ins Visier nehmen. Die Ausdehnung Ihrer geschäftlichen Aktivitäten auf andere Länder sollte stattdessen in kleinen Schritten erfolgen. Widmen Sie sich dabei jedem einzelnen Land mit derselben Sorgfalt und Gründlichkeit, mit der Sie Ihr Business auch auf dem deutschen Markt etabliert haben. Die Internationalisierung muss immer die Summe vieler Einzelprojekte sein, wenn sie erfolgreich sein soll.

Tipp 3: Beachten Sie regionale Unterschiede bei der Suchmaschinen­optimierung

Auf dem deutschen Markt verhilft Ihnen eine professionelle Suchmaschinenoptimierung (SEO) zu neuen Besuchern und zusätzlichen Umsätzen. Dies gilt auch für Ihre Aktivitäten im Ausland, wobei die erste Wahl der Verbraucher dort nicht wie in Deutschland unbedingt Google heißen muss. Beschäftigen Sie sich gründlich mit den Suchgewohnheiten der Konsumenten im jeweiligen Zielland und stimmen Sie Ihre Aktivitäten sorgfältig auf die jeweiligen Landesbedingungen ab.

Tipp 4: Schaffen Sie einen regionalen Kundensupport

Ob Kontakt per E-Mail, per Live-Chat oder per Telefon: Ein umfassender Kundenservice schafft Vertrauen, klärt offene Fragen umgehend, bietet Hilfe bei der Bewältigung von Problemen und wirkt sich insgesamt sehr positiv auf den Umsatz im Shop aus. Entsprechende Strukturen sollten Sie von daher auch für jedes einzelne Zielland schaffen, in dem Sie aktiv werden wollen. Setzen Sie hierzu auf Muttersprachler in der jeweiligen Landessprache oder arbeiten Sie mit entsprechenden Dienstleistern in anderen Ländern zusammen, um Ihren ausländischen Kunden einen optimalen Service zu bieten.

Tipp 5: Achten Sie auf kulturelle Unterschiede

Verschiedene Länder unterscheiden sich nicht nur in Bezug auf die jeweilige Landessprache, sondern auch hinsichtlich kultureller Eigenheiten, die Sie bei der Internationalisierung unbedingt berücksichtigen sollten. Je nach Nationalität wünschen sich Verbraucher eine andere Ansprache, nutzen andere Plattformen im Web, um sich auszutauschen oder zu informieren und reagieren unterschiedlich auf Werbebotschaften und Marketing-Aktionen. Passen Sie von daher Ihre komplette Unternehmenskommunikation sorgfältig an das jeweilige Zielland an und berücksichtigen Sie die wichtigen kulturellen Unterschiede, um beim internationalen Handel einen maximalen Erfolg zu erzielen.

 

Über den Autor

Sebastian Huke

Sebastian Huke

Artikel des Autors

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.