Zu Beginn des Jahres 2010 hat eBay insgesamt fünf maßgebliche Änderungen für gewerbliche und nichtgewerbliche Verkäufer auf Deutschlands größter Plattform für Online-Auktionen bekanntgegeben. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen die Zulassung von mehr Verkäufern zum begehrten PowerSeller Programm, die Erhöhung der allgemeinen Qualitätsstandards, eine marktgerechte Anpassung der Regelungen für die Versandkosten bei eBay, die Unterstützung von Verkäufern mit wenig Erfahrung und Erleichterungen bei der Einstellung von Produkten mit mehreren Varianten.
Im Einzelnen treten die Änderungen zu folgenden Stichtagen in Kraft:
08. Februar 2010 - Versandkosten-Obergrenze statt kostenlosem Versand
In einigen Kategorien mussten eBay Verkäufer ihre Angebote versandkostenfrei einstellen. Stattdessen gilt hier künftig eine Obergrenze für Versandkosten in Höhe von 7,00 Euro. Das Auktionshaus reagiert hiermit auf die vielfachen Äußerungen von gewerblichen Verkäufern, die einen verpflichtenden Verzicht auf jegliche Versandkosten in der Vergangenheit stark kritisiert hatten.
25. Februar 2010 - PayPal als vorgeschriebenes Zahlungssystem für Verkäufer mit wenig Erfahrung
Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungen müssen künftig PayPal als Zahlungsmethode anbieten. eBay möchte hierdurch das mangelnde Vertrauen in Verkäufer mit wenig Erfahrung ausgleichen und dieser Händlergruppe gezielt zu mehr Verkäufen verhelfen. Gleichzeitig dürfte dies eine Forcierung des unternehmenseigenen Bezahldienstes PayPal nicht ganz unbeabsichtigt sein.
29. März 2010 - Vereinfachte Einstellung von Produkten mit Varianten
In verschiedenen Unterkategorien der Verkaufskategorien „Garten“, „Möbel & Wohnen“, „Sport“, „Heimwerker“ und „Baby“ erlaubt eBay der Verkäuferschaft künftig die Einstellung von Produkten mit Varianten zu vereinfachten Bedingungen. Produkte in unterschiedlichen Varianten können hierbei als ein Angebot angelegt und verwaltet werden. Einstellungs- und Variationskosten fallen unabhängig von der Anzahl der unterschiedlichen Produktversionen nur einmalig an.
April 2010 - Niedrigere Standards für die Qualifizierung zum PowerSeller Programm
Ab April 2010 gelten neue, vereinfachte Bedingungen zur Aufnahme von gewerblichen Verkäufern in das PowerSeller Programm. Musste ein Verkäufer bislang in drei aufeinanderfolgenden Monaten jeweils 300 Artikel erfolgreich verkauft haben, so genügt es künftig, wenn innerhalb der letzten 12 Monate insgesamt 100 Transaktionen abgewickelt wurden. In Bezug auf den Mindestumsatz genügt künftig ein Handelsvolumen in Höhe von 2.500 Euro während der vergangenen 12 Monate, um sich für den PowerSeller Status zu qualifizieren. Bisher wurde hier ein monatlicher Umsatz in Höhe von 3.000 Euro gefordert. Gleichzeitig wurden jedoch die Qualitätsmaßstäbe für PowerSeller verschärft. Genügte bislang in Bezug auf die Detailbewertungen eine Durchschnittsnote von 4,0 so müssen Verkäufer ab April 2010 einen Durchschnitt von 4,4 erzielen, um sich für das PowerSeller Programm zu qualifizieren.
April 2010 - Höhere Qualitätsstandards für den Handel auf eBay
Um auch die Qualität des eBay Handels außerhalb der PowerSeller Programme zu erhöhen und an die Anforderungen des Marktes anzupassen, gelten, ebenfalls ab April 2010, neue Mindestanforderungen in Bezug auf die Detailbewertungen. Händler müssen ab dann mindestens eines der beiden folgenden Kriterien erfüllen: Entweder darf der Anteil unterdurchschnittlicher Detailbewertungen nicht höher als 1,2 Prozent oder 2,4 Prozent sein oder die Gesamtanzahl der unterdurchschnittlichen Bewertungen darf innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht mehr als 4 betragen. Bislang galten für den prozentualen Wert 4,0 Prozent oder 5,0 Prozent und für die Gesamtzahl der unterdurchschnittlichen Bewertungen ein Wert von 5.