Amazon überrascht seine deutschen, englischen und französischen Händler mit einem erheblichen Einschnitt in die bisherige Preispolitik des Marktplatzes. Ab dem 31.03.2010 sind alle Anbieter auf der Plattform dazu verpflichtet, ihre Produkte dort mindestens so preiswert anzubieten, wie auf anderen Portalen. Die Regelung bezieht sich sowohl auf den eigentlichen Artikelpreis als auch auf den Gesamtpreis der Angebote inklusive Versandkosten. Das Reglement gilt dabei sowohl für Angebote, die auf anderen Marktplätzen oder in mobilen Applikationen eingestellt werden als auch für die Preise für Produkte in den eigenen Online-Shops der Händler.
Ausgenommen von der Preisrichtlinie sind dagegen Preisangebote im eigenen lokalen Ladengeschäft. Bereits registrierte Händler erhalten durch Amazon eine Übergangsfrist zur Preisanpassung bis zum 01.05.2010. Durch diese Regelung sorgt Amazon bei den Online-Händlern in Deutschland, Großbritannien und Frankreich für erhebliche Verärgerung, da sie die Maßnahme als harten Eingriff in die Preisautonomie und den Wettbewerb auffassen. Die Absicht hinter diesem Schritt durch die Amazon Geschäftsleitung ist dabei deutlich ausgeprägt: Der erfolgreiche Online-Marktplatz möchte so das Gesamtpreisniveau bei Amazon durchgängig senken und nutzt seinen Markteinfluss, um ein entsprechendes Verhalten der Händlerschaft zu erzwingen. Es bleibt abzuwarten, wie der Handel auf das Modell der Preisparität reagieren wird und ob die neue Regelung dazu führt, dass Händler ihr Engagement bei Amazon zurückfahren.