Der weltweit größte B2B Marktplatz Alibaba.com, ein Portal der börsennotierten Alibaba Group aus China, hat sich in diesen Tagen eine Expansion in Richtung Westen auf die Fahnen geschrieben. Gründer und CEO Jack Ma befindet sich derzeit auf einer ausgedehnten Reise durch die USA und führt dort Verhandlungen über mögliche Kooperationen mit den Entscheidern von Google, eBay, Yahoo! und Microsoft. Bislang wurde nicht bekannt, welchen genauen Inhalt die Gespräche haben. Berichtet wurde allerdings bereits, dass Jack Ma in diesem Jahr nicht nur den eigenen Stab auf insgesamt 17.000 Mitarbeiter erweitern sondern darüber hinaus rund 30 Millionen US-Dollar in Kooperationen mit westlichen Marktgrößen investieren will. Hintergrund dürfte der sich abzeichnende Rückgang chinesischer Im- und Exporte im Jahr 2009 sein. Während die Alibaba Group insgesamt 24 Millionen Unternehmen weltweit miteinander verbindet, sind aktuell nur rund 1 Million Teilnehmer in den USA angeschlossen. Gelingt es Jack Ma dieses Potential zu erhöhen, so würde dies zu einer verstärkten Unabhängigkeit vom heimischen Markt in China führen. US-amerikanische Unternehmen erhielten so den direkten Zugriff auf chinesische Marktteilnehmer. Ersten Kommentaren zufolge sind die potentiellen Kooperationspartner nicht gänzlich abgeneigt, Verbindungen zu der Alibaba Group aufzubauen. So deutete eBay USA CEO John Donahoe an, dass Interesse an dem Bezahlsystem der chinesischen Seite, Alipay, bestehe. Hierbei geht es wohl um mögliche Verknüpfungen zwischen PayPal und Alipay. Jack Ma hat sich bislang nur zurückhaltend über den Fortschritt der Gespräche geäußert. Man könne sich jedoch ein Abkommen mit einem oder mehreren der aktuellen Gesprächspartner vorstellen. Beobachter schließen nicht aus, dass Alibaba daran interessiert sein könnte, westliche Führungskräfte als Mitarbeiter im eigenen Stab zu gewinnen.