Wie in jedem Jahr, so hat der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) in Berlin in diesen Tagen die Branchenzahlen des deutschen Online- und Versandhandels des Jahres 2010 veröffentlicht. Die Daten belegen eine Fortsetzung des positiven Trends und bescheinigen der Branche einen weiterführenden Boom. Wir haben die gesamte Veröffentlichung untersucht und stellen Ihnen nun die wichtigsten Ergebnisse in verständlicher Form vor.
Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) in Berlin hat Ende Februar 2011 die Zahlen für den Online- und Versandhandel des Jahres 2010 vorgelegt. Diese wurden bereits zum fünften Mal auf der Basis einer Studie von TNS Infratest ermittelt, die der bvh unter dem Titel „Distanzhandel in Deutschland - Die Entwicklung des interaktiven Handels B2C im Jahr 2010“ in Auftrag gegeben hatte. Insgesamt zeigen die veröffentlichten Zahlen eine Weiterführung der positiven Entwicklung der Vergangenheit. Eindeutig kann dem Online- und Versandhandel in Deutschland ein ausgeprägter Boom bestätigt werden, der sich aller Wahrscheinlichkeit auch im Jahre 2011 fortsetzen wird. INTERNETHANDEL hat die gesamte Studie unter die Lupe genommen und stellt im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse für Online-Händler vor.

Hohe Umsätze in allen Branchen, vier Gewinner-Sparten und deutliche Steigerungen im Online-Handel
Die Branche des Online- und Versandhandels boomt wie nie zuvor. So belief sich ihr Gesamtumsatz im Jahre 2010 auf rund 30,3 Milliarden Euro. Hiermit konnte nicht nur die magische 30-Milliarden Grenze überschritten werden. Auch die Erwartungen des bvh wurden deutlich übertroffen. Verglichen mit dem Jahr 2009 konnte die Gesamtbranche eine Umsatzsteigerung in Höhe von 4,1 Prozent und somit um 1,2 Milliarden Euro erreichen. Verlierer gibt es dabei nicht, da annähernd alle Branchenteilnehmer Steigerungen verzeichnen konnten. Interessant in diesem Zusammenhang ist die ausgeprägte Position von weiblichen Verbrauchern. Auf diese entfällt im Online- und Versandhandel nämlich ein Anteil von 58 % aller Umsätze, während die männlichen Kunden nur 42 % der Umsätze erzeugen.
Von dem gesamten Branchenumsatz in Höhe von 30,3 Milliarden Euro entfallen rund 83,5 % auf Transaktionen im Internet. Es handelt sich um die Bereiche Warenhandel, Verkauf von Tickets und Fahrkarten sowie die Nutzung von Entertainment-Angeboten. Allein der Warenhandel per Internet nimmt mit 18,3 Milliarden Euro am Gesamtumsatz einen Anteil in Höhe von 60,4 % ein und konnte sich im Vergleich zum Jahr 2009 um 2,8 Milliarden Euro steigern. Betrachtet man den Markt anhand seiner vier wesentlichen Sparten Herstellerversender, Apothekenversender, Internet-Pure-Player und Multichannel-Anbieter, so verzeichnen alle vier Branchen zweistellige Zuwachsraten. Den größten Umsatz konnte, wie auch schon im Jahre 2009, der Handel mit Bekleidung, Textilien und Schuhen vorweisen. Obwohl sich das Umsatzvolumen in dieser Branche seit 2009 um 5,5 % reduzierte, liegt der Modebereich mit einem Jahresumsatz von 12,65 Milliarden Euro immer noch weit vorne, gefolgt vom Handel mit Medien (2,95 Milliarden Euro) und dem Handel mit Unterhaltungselektronik und E-Artikeln (2,65 Milliarden Euro).
Unser Praxistipp
Erstmalig in der Geschichte der Datenerhebungen durch den bvh wurden die teilnehmenden Verbraucher in diesem Jahr auch über ihre Wahrnehmung in Bezug auf Social Media befragt. Das Ergebnis dürfte manchen Branchenkenner überraschen: Jeder fünfte Teilnehmer war nämlich auf Händler aufgrund von deren Angeboten in sozialen Netzen aufmerksam geworden. Für engagierte Online-Händler bedeutet dieser Trend einmal mehr, dass die stetige Auseinandersetzung mit neuen Technologien und Trends für einen positiven Geschäftsverlauf unersetzlich ist. Ein eigenständiges Engagement im Bereich der beliebten sozialen Netze verhilft Marktteilnehmern zu zusätzlichen Umsätzen und verhindert eine Stagnation der geschäftlichen Entwicklung.
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Ausgabe 90 [04/2011]