Die eBay-Tochter PayPal und der Osnabrücker Zahlungsanbieter BillSAFE wollen gemeinsam ein neues System anbieten, mit dem das Zahlen auf Rechnung in Online-Shops auf einfache Weise möglich ist. Die Kooperation beider Unternehmen erfolgt auf der Basis einer Beteiligung von PayPal an der BillSAFE GmbH. BillSAFE betreibt bereits seit 2006 einen Zahlungsdienst, mit dem Online-Händler ihren Kunden das Einkaufen gegen offene Rechnung ermöglichen können. Obwohl sich rund zwei Drittel aller Internetkäufer in Deutschland den Kauf auf Rechnung wünschen, scheuen viele - vor allem kleinere - Online-Händler davor zurück, diesen Service anzubieten. Zu groß erscheint ihnen das Risiko, durch Zahlungsausfälle wirtschaftlichen Schaden zu erleiden.
Ein wesentliches Merkmal des geplanten Zahlungsdienstes soll die hohe Sicherheit für Käufer und Verkäufer sein. Dieser Maßstab leitet das gesamte Geschäftsmodell von PayPal seit der Gründung im Jahre 1998. Die Möglichkeit im Internet sicher, schnell und komfortabel bezahlen zu können, hat PayPal allein in Deutschland zu einem Kundenstamm von rund 15 Millionen Online-Shoppern verholfen. Dies entspricht rund der Hälfte aller Internetkäufer in unserem Land.
Die Motive für die Kooperation sind von beiden Seiten her nachvollziehbar: PayPal verfügt selbstverständlich über eine Marktposition und eine Finanzausstattung, die es dem Giganten ermöglichen würde, den Bezahldienst gegen offene Rechnung eigenständig zu initiieren. Allerdings besteht großer Zeitdruck, da derzeit viele Anbieter auf den entsprechenden Markt drängen. Hier kommt BillSAFE ins Spiel. Das Unternehmen betreibt bereits einen solchen Bezahldienst, der die Sicherheit für Verkäufer und Käufer über eine integrierte Risikoprüfung und einen durchdachten Treuhandservice gewährleistet. Während sich PayPal von der Zusammenarbeit einen schnellen Markteintritt verspricht, dürfte für BillSAFE neben einer deutlichen Kapitalerhöhung durch PayPal vor allem die Aussicht auf eine Intensivierung des bisherigen Geschäfts und eine Ausdehnung auf internationale Märkte von Interesse sein. Immerhin bildet PayPal mit seinen bestehenden Zahlungssystemen mittlerweile rund 16,5 Prozent des weltweiten E-Commerce ab und unterhält international 224 Millionen Kundenkonten. Die genauen Konditionen, zu denen Online-Händler das neue System künftig in ihre Shops integrieren können, wurden bisher nicht bekannt gegeben. Während die Nutzung von PayPal bislang mit einer Gebühr in Höhe von 1,2 bis 1,9 Prozent des jeweiligen Umsatzes verbunden ist, berechnet BillSAFE seinen Händlerkunden derzeit eine Provision von 4,0 bis 7,0 Prozent.
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Ausgabe 86 [12/2010]