Für kleine Shops und eBay-Händler ist es sicherlich ein wenig zu teuer und zu zeitaufwändig, sich einen Presseverteiler aufzubauen und die Medien regelmäßig mit Informationen zu versorgen. Zudem ist es fraglich, ob diese Art der Öffentlichkeitsarbeit eines Shops bei Presse, Funk und Fernsehen auf fruchtbaren Boden fällt. Dennoch gibt es eine Form der Öffentlichkeitsarbeit, die jeder Shopbetreiber kostenlos und effizient nutzen kann: Presseportale im Internet!
Der Vorteil: Die Meldungen erscheinen auf zahlreichen Internetseiten, die thematisch verwandt sind oder aber Nachrichten aus bestimmten Bereichen abonniert haben. Gleichzeitig dienen die Pressemitteilungen im Netz dem Linkaufbau. Eine kleine Hürde gibt es aber: Die Presseportale nehmen nur Meldungen an, die in Aufbau und Tonalität den klassischen Pressemitteilungen entsprechen. Wie schreibt man also eine Pressemitteilung, die den Kriterien gerecht wird?
Der Aufhänger
Ein Presseportal ist kein Werbeportal. Das bedeutet, es genügt nicht, die eigenen Produkte oder Dienstleistungen anzupreisen. Für eine Pressemitteilung braucht es einen Grund, den Aufhänger. Dies kann ein neuer Servicebereich sein, eine neue Idee, ein kostenloses Angebot für die Kunden, eine Veranstaltung, eine Kooperation, eine ungewöhnliche Aktion oder ein Gewinnspiel, eine Auszeichnung oder eine Erweiterung des Sortiments. Ohne den Neuigkeitsfaktor wird das Presseportal die Meldung ablehnen. Wer geschickt vorgeht, kann auch bestehenden Angeboten einen neuen Aspekt abgewinnen und das Presseportal zur Bekanntmachung nutzen. Auf den richtigen Dreh kommt es an!
Die Tonalität
Auch hier gilt: Die Information steht im Vordergrund, nicht die Werbung! Die Pressemitteilung sollte also unbedingt in einem sachlichen, informativen Sprachstil gehalten sein. Adjektive sind erlaubt, aber übertreiben Sie es nicht! Sobald die Meldung zu werblich wird, könnte sie abgelehnt werden. Stellen Sie Neuigkeiten, Vorteile und Entwicklungen möglichst objektiv dar.
Der Aufbau
Jede Pressemitteilung beginnt mit einer Headline. Sie sollte den Aufhänger beinhalten oder zumindest das Thema, um das es geht. In der Subline, der Zeile direkt unter der Überschrift, können Sie die Aussage noch einmal verdeutlichen und - wenn nicht schon in der Überschrift geschehen - Ihr Unternehmen erwähnen. Beispiel: Kostenlose Beratung für Heimwerker Der xyz-Baumarkt richtet gebührenfreie Hotline für Kunden ein
Erster Abschnitt: Wer bietet wann welche Neuerung an?
Eine Pressemitteilung muss grundsätzlich von unten nach oben hin kürzbar sein. Das bedeutet, im ersten Abschnitt sollten Sie alle wichtigen Neuerungen und Informationen zusammenfassen. Es gibt keine langatmige Einführung und auch die Firmendarstellung gehört hier nicht her. Man könnte auch sagen: Fakten! Fakten! Fakten! Und zwar nur die, die auch zur Kernaussage der Überschrift passen.
Zweiter Abschnitt: Erläuterungen
Im zweiten Abschnitt können Sie in die Tiefe gehen und etwa genaue Abläufe beschreiben, Entwicklungen, die zur Neuerung geführt haben oder aber besondere Vorteile für die Kunden. Auch anvisierte Ziele oder angedachte nächste Schritte dürfen hier erwähnt werden.
Dritter Abschnitt: Firmendarstellung
Im letzten Abschnitt haben Sie Gelegenheit, Ihre Firma oder Ihren Shop noch einmal vorzustellen und zu positionieren. Seit wann sind Sie aktiv? An wen richtet sich Ihr Angebot? Bedenken Sie auch hier, dass Sie sachliche Formulierungen wählen müssen!
Abschluss: Ansprechpartner
Den Abschluss der Pressemitteilung bildet die Kontaktadresse mit Ansprechpartner. Die meisten Onlineportale fragen diese Daten beim Einstellen der Pressemitteilung ohnehin ab. Sie müssen hier also nur dem Formular folgen. Insgesamt sollte eine Pressemitteilung inklusive aller Elemente nicht länger als eine Seite sein. Grundlage ist eine gängige 12-Punkt Schrift mit einfachem Zeilenabstand.
Presseportale im Internet
Es gibt zahlreiche Presseportale im Internet, in denen Sie kostenlos Ihre Meldungen einstellen können. Einige sind auf bestimmte Branchen spezialisiert, andere verfügen über eine Reihe von Kategorien, aus denen Sie auswählen können. Die meisten Portale bieten zusätzlich kostenpflichtige Leistungen wie die Erstellung der Pressemitteilung oder den Versand auf Basis eines passenden Presseverteilers an. Da Sie die Pressemeldungen aber vornehmlich zur Kundengewinnung im Internet und nicht unbedingt zur Information der Medien nutzen wollen, bietet es sich an, Portale zu wählen, deren Meldungen generell gut in den Suchmaschinen gelistet werden. Der Vorteil: Kommen Ihre relevanten Keywords in der Überschrift und im Fließtext vor, finden die User der Suchmaschine bei entsprechender Eingabe von Suchbegriffen die gut gelistete Pressemitteilung und somit auch Ihr Angebot. Die Meldungen der großen Portale werden zudem in der Google News Suche angezeigt.
Fünf der größten und bekanntesten Presseportale im Netz:
http://www.businessportal24.com
http://www.offenes-presseportal.de
Tipp für Print-Pressemitteilungen
Sollten Sie sich doch dazu entschließen, eine Zeitung, einen Rundfunksender oder vielleicht sogar das Fernsehen anzuschreiben, ist es sehr hilfreich, wenn Sie passende Serviceangebote machen. Bei der Zeitung können Sie beispielsweise erwähnen, dass Sie auf Wunsch gerne druckfähige Bilder zur Verfügung stellen, beim Radio nennen Sie einen Ansprechpartner, der für Interviews bereitsteht und beim Fernsehen bieten Sie den Dreh in geeigneter Kulisse an. Grundsätzlich gilt: Je einfacher Sie es den Journalisten machen, desto eher können Sie mit einer Veröffentlichung rechnen. Autorin: Sabrina Kirnapci von der Textagentur Ki-Worte
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Ausgabe 66 [04/2009]