Nicht immer hat man im Online-Handel die Möglichkeit, von Beginn an in einer attraktiven Marktnische zu starten. Manchmal braucht es ein wenig Zeit, um einen Marktbereich mit optimalen Aussichten zu entdecken. INTERNETHANDEL stellt die MPM Handels GmbH vor und berichtet darüber, wie sich das erfolgreiche Unternehmen vom allgemeinen Anbieter von Restposten zum Spezialisten für den Handel mit Musikinstrumenten entwickelt hat. Roman Möller, Jochen Mester und Alexander Part, alle zwischen 41 und 48 Jahren alt, kennen sich als Kollegen in der Qualitätskontrolle einer Papierfabrik. Bereits im Jahr 2002 begann das Team mit gelegentlichen Privatverkäufen bei eBay. Im Jahre 2004 erhielt die Initiative der drei Freunde einen unternehmerischen Rahmen. Zunächst in Form einer GbR und im Nebenberuf, später als GmbH im Hauptberuf begannen Möller, Mester und Part mit dem gewerblichen Verkauf von Restposten. Heute beschäftigt das Unternehmen acht Mitarbeiter und hat sich völlig auf den Verkauf von Musikinstrumenten und Zubehör spezialisiert. Im Gespräch berichtet Roman Möller über die Anfänge als Online-Händler, stellt die entscheidenden Erfolgsfaktoren dar und wirft für uns einen Blick in die Zukunft des E-Commerce.
Vom allgemeinen Restpostenhändler zum qualifizierten Anbieter von Musikinstrumenten und Zubehör
Nach den ersten privaten Gehversuchen auf eBay begannen die drei Freunde und Kollegen aus Doerpen zunächst damit, alle erdenklichen Arten von Restposten zu erwerben und anschließend bei Deutschlands größtem Online-Auktionshaus gewinnbringend zu verkaufen. Das Sortiment basierte auf Produkten aus den Bereichen Schmuck, Dessous, Kinderbekleidung, Handwerkswaren und Haushaltszubehör. Zur Recherche neuer Artikel und Verkaufsmöglichkeiten besuchte das Team zahlreiche Messen und Ausstellungen. Als sie auf einer solchen Recherche-Tour unter anderem auch eine Musikfachmesse besuchten, wurde die Idee geboren, sich auf den Handel mit Musikinstrumenten und passendem Zubehör zu spezialisieren. Schnell wurde der Plan in die Tat umgesetzt und bereits im Jahre 2006 erfolgte der Bau eines eigenen Lagers mit angeschlossenem Verkaufsraum. Seit einer Erweiterung im Jahre 2008 stehen dem erfolgreichen Unternehmen bereits 500 m² Lagerfläche zur Verfügung. Für 2011 ist erneut eine Erweiterung auf insgesamt 900 m² geplant. Während der Gründungs- und Aufbauphase nahmen die engagierten Unternehmer die Unterstützung und Beratung der örtlichen Industrie- und Handelskammer, der Bundesknappschaft, des Finanzamts und der Banken in Anspruch. Heute ist die MPM Handels GmbH mit insgesamt drei Mitgliedskonten bei eBay vertreten und erreicht allein bei dem Online-Auktionshaus einen monatlichen Umsatz von mehr als 60.000 Euro. Diese drei Konten verfügen über eine Kundenzufriedenheitsquote von mehr als 99 Prozent, bei deutlich mehr als je 20.000 Bewertungen.
Viel Arbeit und hohes Risiko: Aber auch jede Menge Spaß bei der Arbeit
Der selbst gewählte Beruf macht den drei Unternehmern aus Doerpen ganz offensichtlich großen Spaß. Dabei verlangt die Selbständigkeit den Online- Händlern einiges ab. Längere Arbeitszeiten gehören ebenso zum Tagesgeschäft wie ein erhöhtes Risiko. Der Lohn für die Mühe besteht vor allem in einem florierenden Geschäft, in dem der Kunde deutlich im Mittelpunkt steht. Bei der MPM Handels GmbH ist man immer darum bemüht, gute Ware günstig anzubieten und schnell zu liefern. Nur so gelingt es dem Trio, viele Kunden zu erneuten Bestellungen und regelmäßigen Käufen zu bewegen. Verkauft wird dabei nicht nur über eBay. Die Produkte der MPM Handels GmbH, viele hiervon werden übrigens exklusiv für das Unternehmen hergestellt, gibt es auch bei Amazon, bei Yatego, im eigenen Online-Shop und vor Ort im Verkaufsraum. Die Abwicklung des Online-Handels wird über das Programm Afterbuy dargestellt. Die Inhaber sind mit der Software zufrieden. Befragt über seine Einschätzung in Bezug auf die zukünftige Entwicklung bei eBay äußert sich Roman Möller optimistisch: „Bei eBay wird es etwa so bleiben, wie es ist oder sich vielleicht noch etwas verbessern, andere Vertriebswege werden sich meiner Meinung nach noch besser entwickeln.“ Im Unternehmen möchte man sich durch den fortschreitenden Ausbau des Sortiments und die Verbesserung von Produkten und Prozessen für die Zukunft rüsten. Im Mittelpunkt steht immer die Pflege guter Beziehungen zu Lieferanten, Kunden, Partnern und Mitarbeitern. Um einen Ratschlag für unsere Leser gebeten, warnt Möller vor Produkten, die sich weniger gut verkaufen lassen, als man zunächst annimmt: „Es kann immer mal was passieren, womit man nicht unbedingt rechnet…“ Dagegen hilft nur eine bestmögliche Absicherung verbunden mit einer guten Beratung für geltende Vorschriften und die Risiken von Abmahnungen.
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Ausgabe 88 [02/2011]