Nach Berichten von Amazon USA in Seattle hat der Verkauf von E-Books erstmalig den Handel mit gedruckten Büchern überholt. Amazon bietet seinen Kunden bereits seit vier Jahren Downloads für den eigenen E-Reader Kindle an. In den letzten 50 Tagen verkaufte das Unternehmen rund 5 Prozent mehr elektronische als konventionelle Buchtitel. Im Bereich der gebundenen Buchausgaben hatten die E-Book-Verkäufe bereits im vergangenen Jahr die Nase vorn gehabt. Die aktuellen Zahlen zeigen nun, dass mehr Kindle-Books als Hardcover und Taschenbücher zusammen verkauft werden konnten.
Amazon USA Chef Jeff Bezos zeigte sich erfreut über diese Entwicklung. Zwar habe man auf eine positive Entwicklung beim Handel mit Kindle-E-Books gehofft, sich allerdings nicht vorgestellt, dass sich der Erfolg mit dem Verkauf elektronischer Bücher so schnell einstellen würde. Während das Unternehmen bereits seit 15 Jahren im klassischen Buchbereich tätig ist, wurden Kindle-Books erst vor vier Jahren in das Sortiment aufgenommen.
Bei Amazon in den USA entdecken interessierte Kunden bereits 950.000 elektronische Buchtitel. Einer der Gründe für die hohe Nachfrage dürfte der niedrige Preis vieler Titel sein. Knapp 800.000 E-Books sind für unter 9,99 US-Dollar verfügbar. In Deutschland, nach den USA und Großbritannien der dritte Markt, an dem Amazon Kindle eingeführt hat, zählt das Sortiment bislang 736.000 E-Book-Titel. Hiervon sind allerdings nur rund 30.000 Bücher in deutscher Sprache erhältlich. Um die Dateien nutzen zu können, benötigen die Kunden allerdings den originalen Kindle-Reader von Amazon. Die angebotenen Buchtitel sind nicht im offenen E-Book-Standard EPUB verfügbar und können nicht mit anderen Geräten verwendet werden.
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Ausgabe 92 [06/2011]