Das Keyword Tool ist tot – Lang lebe der Google Keyword-Planer?

Das Keyword Tool ist tot – Lang lebe der Google Keyword-Planer?
VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 4.7/5 (6 abgegeben)

Dass beliebte Google-Dienste vom amerikanischen Internetriesen regelmäßig wieder eingestampft werden, gehört aus Sicht der meisten Internetnutzer mittlerweile wohl fast schon zum guten Ton bei Google. Während die kürzliche Einstellung des weit verbreiteten Google Readers bei vielen Privatanwendern für Kopfschütteln und Unverständnis gesorgt hat, trifft Werbetreibende eine ganz andere „Dienst-Beerdigung“: das Google Keyword Tool für AdWords-Kampagnen gibt es nicht mehr. Immerhin hat Google mit dem neuen Keyword-Planer für einen Nachfolger gesorgt. Doch was taugt das neue Tool eigentlich?

Ist der neue Google Keyword-Planer besser als das alte AdWords Keyword Tool?

Werbetreibende, die auf Google AdWords setzen, um ihre Reichweite im Internet sowie den Traffic auf ihre Webseiten zu erhöhen, konnten bislang ihre Kampagnen mithilfe des Keyword Tools und des Traffic Estimators besser planen und optimieren, da Suchbegriffe vorab validiert und deren Suchvolumina auf Basis von Schätzungen ermittelt werden konnten.

Eigentlich klingt das nach einer ganz sinnvollen Lösung für optimale SEM-Kampagnen, von der sicher auch Google selbst profitiert haben dürfte, da durch die stärkere Konzentration auf häufig benutzte Suchbegriffe auch die cost per click (CPC) höher ausgefallen sein dürften. Dennoch hat sich der Internetkonzern gegen eine Fortführung des Keyword Tools und des Traffic Estimators in ihrer bisherigen Form entschieden. Stattdessen wurden beide Tools in dem neuen Keyword-Planer zusammengeführt.

Im Keyword-Planer können Sie verschiedene Gruppen von Keywords anlegen, die unter dem Begriff „Anzeigengruppe“ zusammengefasst werden. Für diese Keywords zeigt Ihnen das Tool anschließend Tagesschätzungen für Impressions, Klicks, durchschnittliche Positionen und Kosten an. Eine Grafik stellt anhand einer Kurve dar, für welche maximalen CPC-Werte Sie mit wie vielen Impressions und Klicks sowie welchen Kosten pro Tag rechnen dürfen. Über einen Regler mit der Bezeichnung „Gebotsbereich“ können Sie die grafische Aufbereitung auf bestimmte Wertebereich der maximalen CPC eingrenzen, um so eine detailliertere Darstellung zu erhalten. Sie können außerdem ein Maximal-Gebot für die CPC sowie ein Tagesbudget festlegen.

Über Filtermöglichkeiten können Sie oben genannte Werte zusätzlich eingrenzen, z.B. für bestimmte Städte oder Regionen, nach Sprachen, auszuschließenden Keywords oder aber für das Suchnetzwerk. Bei letzterem kommen wir zu einem interessanten und für manchen sicher auch unsinnig anmutenden Unterschied zum bisherigen Keyword Tool. Die Tagesschätzungen für Ihre Keywords können Sie sich nun zum einen für Suchanfragen auf Google und Google Shopping (Option 1) anzeigen lassen. „Was soll das?“, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen, denn für was soll der Keyword-Planer in einer AdWords-Kampagne auch sonst vorhanden sein. Dann werfen wir mal einen Blick auf die zweite Filteroption „Google und Such-Netzwerk“.

Das Google Such-Netzwerk

Die gegenwärtigen Marktanteile der Suchmaschine lassen es kaum noch vermuten, aber es gibt noch weitere Seiten, auf denen Ihre AdWords-Anzeigen angezeigt werden können. Das Such-Werbenetzwerk beinhaltet zusätzlich zur Google-Suche und Google Shopping weitere Google-Such-Websites wie die Google Maps, Google Bilder und Google Groups. Außerdem zählen zu diesem Netzwerk auch Partner-Websites, die mit Google eine Partnerschaft zur Schaltung von Anzeigen eingegangen sind, wie etwa AOL. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre AdWords-Kampagnen auf anderen Webseiten des Such-Netzwerks geschaltet werden, können Sie dies in den Kampagneneinstellungen deaktivieren. In diesem Fall interessiert Sie natürlich auch bei der Keyword-Planung nur die Google-Suche und nicht das gesamte Such-Werbenetzwerk. Daher hat diese Unterscheidung im Keyword-Planer durchaus ihre Berechtigung. Standard-Einstellung für diesen Filter im Keyword-Planer ist übrigens „Google“, d.h. die Suche ohne das erweiterte Netzwerk.

Übereinstimmungsoptionen zu Keywords und Suchanfragen

Eine weitere erwähnenswerte Funktion ist unter „Keyword-Optionen bearbeiten“ zu finden: Sie können die geschätzten Werte hier für weitgehend passende, genau passende oder Suchanfragen mit passenden Wortgruppen ausgeben lassen. Die Unterschiede können hier gravierend ausfallen, daher sollten Sie bei Ihren Planungen immer genau darauf achten, welche Option Sie hier jeweils ausgewählt haben! Laut Google-Ankündigung sind die verschiedenen Daten jedoch nur bedingt verlässlich, da der Keyword-Planer im Gegensatz zum Keyword Tool nur Statistikdaten (Suchvolumen) zur Übereinstimmungsoption „Genau passend“ enthält. Die beiden anderen Optionen müssen auf die selben Daten zum Suchvolumen zurückgreifen, sie liefern Ihnen nur eigene Daten zu Traffic-Schätzungen wie Klicks und Kosten, wobei es hier Überschneidungen geben kann.

Ganz ausgereift ist der Keyword-Planer demnach noch nicht bzw. dürfte sich für die meisten AdWords-Nutzer die Frage nach der Sinnhaftigkeit solch unvollständiger Datengrundlagen stellen.

Keyword-Planer: Übereinstimmungsoptionen

Die Übereinstimmungsoptionen im Google Keyword-Planer - Quelle: adwords.google.com

 

Keine Unterscheidung von mobilen Geräten

Eine weitere Änderung, die viele frühere Nutzer des Keyword Tools verärgern dürfte, ist die Tatsache, dass mit dem Keyword-Planer nicht mehr zwischen mobilen Geräten und PCs bzw. Notebooks unterschieden werden kann. Laut Google ist hierfür aber eine neue Funktion in Arbeit, die das Abrufen von Traffic-Schätzungen nach Gerätetyp sowie die Anpassung von Geboten für Mobilgeräte ermöglichen soll.

Wir dürfen gespannt sein, welche Änderungen und Anpassungen Google in den nächsten Wochen noch für den Keyword-Planer bereithält und wann unter Umständen der nächste Nachfolger in den Startlöchern steht.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 4.7/5 (6 abgegeben)

Gratis-Leseproben, die Sie interessieren könnten

Der direkte Weg zum erfolgreichen Online-HandelGeld verdienen als BloggerContent is King