Startkapital und Gründungschancen: So ermitteln Sie Ihren Kapitalbedarf

Der Wunsch nach einer selbstständigen Tätigkeit ist in Deutschland bei vielen Menschen sehr ausgeprägt. Die Unsicherheit über die Finanzierung einer Gründung dämpft allerdings den Gründergeist stark und sorgt dafür, dass etliche Geschäftsideen letztlich nie umgesetzt werden. Wir sagen Ihnen, wie Sie den Kapitalbedarf Ihres künftigen Unternehmens zutreffend einschätzen können und was es bei der Finanzplanung zu beachten gilt.

Die Kapitalausstattung entscheidet maßgeblich über den Erfolg

Viele verschiedene Faktoren entscheiden mittel- und langfristig darüber, ob ein neu gegründetes Unternehmen sich erfolgreich am Markt etablieren kann oder ob es schon nach kurzer Zeit scheitert und seinen Gründer rat- und mittellos zurücklässt. Von all diesen Faktoren ist die Kapitalausstattung junger Unternehmen besonders wichtig. Reichen nämlich die eingeplanten Finanzmittel nicht aus, dann scheitert die Gründung selbst dann, wenn die Geschäftsidee genial und ihre Umsetzung perfekt ist.

Es gilt vor diesem Hintergrund, die Finanzplanung des Gründungsvorhabens mit der größtmöglichen Sorgfalt vorzunehmen. Nur wenn sämtliche Kosten, die während der Startphase und in den ersten Monaten anfallen, exakt ermittelt und eingeplant wurden, weiß der frisch gebackene Unternehmer auch tatsächlich, was wirtschaftlich auf ihn zukommt. Dieses Wissen wiederum bildet die Grundlage dafür, sich um ausreichend hohe Finanzmittel zu bemühen und dem jungen Unternehmen auf diese Weise die optimalen Startchancen zu verleihen.

Doch wie gelangt man, gerade als Einsteiger mit nur wenig Erfahrung, an verlässliche Informationen darüber, wie viel Kapital man überhaupt benötigt, um das eigene Unternehmen sicher und komfortabel starten zu können? Und welche Möglichkeiten gibt es, um den Bedarf an Finanzmitteln zu günstigen Konditionen zu decken? Wir beantworten diese und weitere Fragen und unterstützen Sie so auf Ihrem Weg in eine sichere und stabile Zukunft.

 

Mit dem Businessplan zur belastbaren Einschätzung

Mit Sicherheit haben Sie den Begriff Businessplan schon einmal gehört. Wenn Ihnen nicht ganz klar ist, um was es sich dabei handelt und was es mit diesem speziellen Planungsinstrument für Unternehmen auf sich hat, dann ist es jetzt höchste Zeit, sich diese Kenntnisse zu verschaffen. Eine gute Möglichkeit, um sich einen guten Überblick über die Thematik zu verschaffen, bietet das Gründerportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das Sie im Internet unter www.existenzgruender.de erreichen können.

Kurz gesagt handelt es sich bei einem Businessplan um eine Zusammenstellung von Zahlen, Daten und Fakten, mit der Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihres Unternehmens über die kommenden Jahre hin simulieren und untersuchen. Der Businessplan enthält dazu vor allem sämtliche Kosten, die im Untersuchungszeitraum anfallen und stellt diesen die konkreten Einnahmen gegenüber. Auf diese Weise kann man schnell und zuverlässig ermitteln, ob sich ein Unternehmen, in der angedachten Form, rein wirtschaftlich betrachtet überhaupt rechnet. Somit ist die Erarbeitung eines Businessplans unabdingbar, wenn es um die Einschätzung der Chancen für eine eigene Geschäftsidee geht.

Da der Businessplan sämtliche Kosten enthält, die im Rahmen der Gründung und auch im laufenden Betrieb des Unternehmens anfallen, kann man ihn zusätzlich nutzen, um sich einen Überblick über das benötigte Kapital zu verschaffen. Hierzu addiert man einfach sämtliche Kostenpositionen, die finanziert werden müssen, bevor erste Einnahmen zur Gegenfinanzierung beitragen. Auf diese Weise kann man exakt ablesen, welche Ausgaben während der Start- und Gründungsphase realisiert werden müssen.

In der Praxis hat es sich bewährt, dem so ermittelten Betrag eine Sicherheitsreserve hinzuzufügen. Schließlich kann man sich bei einem neu gegründeten Unternehmen nie völlig sicher sein, ob sämtliche Umsatzprognosen auch tatsächlich pünktlich und in voller Höhe eintreffen. Verzögern sich die Einnahmen, zum Beispiel durch eine längere Entwicklungszeit, dann ist man dazu in der Lage, diese Phase unbeschadet zu überstehen. Die Höhe der Reserve sollte bei 20 bis 25 Prozent des kompletten Startkapitals liegen.

Darüber hinaus vergessen Gründer häufig, die Kosten für ihren eigenen Lebensunterhalt einzuplanen. Schließlich ist es wichtig, dass der junge Unternehmer und seine Familie auch in der Zeit wirtschaftlich überleben können, in der das Unternehmen noch keine ausreichend hohe Gewinne abwirft. Planen Sie entsprechende Ausgaben daher unbedingt ein und richten Sie sich in der Höhe dieser Kostenposition nach den realistischen Ausgaben der letzten Monate.

Die Investitionssumme aus dem Businessplan, die veranschlagte Reserve und der Lebensunterhalt für die ersten Monate ergeben zusammen den kompletten Bedarf an Startkapital für Ihr Unternehmen. Es ist unbedingt davon abzuraten, sich diesen Betrag schönzurechnen oder bestimmte Kostenpositionen unberücksichtigt zu lassen, um so zu einer positiveren Prognose zu gelangen. Gehen Sie davon aus, dass Fehler und Lücken in der Finanzplanung Sie in den ersten Monaten Ihrer selbstständigen Existenz einholen werden. Hierdurch steigt das Risiko, dass Sie mit Ihrem Gründungsvorhaben scheitern, erheblich an.

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Die passende Finanzierung für das geplante Vorhaben

Die Berechnung des tatsächlichen Finanzbedarfs Ihres künftigen Unternehmens ist damit abgeschlossen. Bleibt die Frage offen, wie Sie das benötigte Startkapital aufbringen können. Im Idealfall stehen Ihnen die Finanzmittel aus eigenen Ersparnissen bereits zur Verfügung, sodass Sie nicht auf eine externe Unterstützung angewiesen sind. Ist dies nicht der Fall, können Ihnen vielleicht Freunde oder Verwandte mit dem benötigten Geld aushelfen. Beachten Sie allerdings, dass es sehr wichtig ist, mit den privaten Geldgebern auch offen über bestehende Risiken zu sprechen. Scheitert Ihr Unternehmen nämlich in den ersten Monaten nach Gründung, dann ist ein intaktes soziales Umfeld für Sie besonders wichtig.

Stehen diese Möglichkeiten nicht zur Verfügung, dann müssen Sie sich mit dem Gedanken an eine Finanzierung durch einen fremden externen Partner beschäftigen. Hierbei scheint es zunächst naheliegend, sich an die eigene Bank oder Sparkasse zu wenden. In vielen Fällen werden Sie dabei aber feststellen, dass die Geldinstitute gegenüber Existenzgründern sehr zurückhaltend sind, was die Bewilligung von Krediten angeht. Deutlich bessere Chancen bestehen dann, wenn Sie geförderte Darlehen oder andere Fördermittel in Anspruch nehmen. Bei diesen haften der Staat oder das Land für einen Teil der Kreditsumme, wodurch Banken eher bereit dazu sind, die Mittel zu bewilligen.

Wer ohne solche Institutionen finanzieren möchte, der kann sich alternativ auch nach einem privaten Investor umschauen. Besonders beliebt bei jungen Gründern sind dabei sogenannte Business Angel. Hierbei handelt es sich um vermögende und wirtschaftlich erfahrene Personen, die junge Unternehmen sowohl finanziell als auch inhaltlich unterstützen. Der Gründer erhält also zum einen Kapital und zum anderen zum Beispiel gute Ratschläge oder auch ganz konkrete Geschäftskontakte.

Nicht zuletzt sollten Gründer sich aber auch mit Möglichkeiten vertraut machen, die im Rahmen des modernen Crowdfunding zur Verfügung stehen. Hierbei werden Finanzmittel über spezielle Internetplattformen eingeworben. Auf diese Weise beteiligen sich viele private Investoren jeweils mit eher kleinen Beträgen an einem Unternehmen und ermöglichen so das Gelingen von innovativen Gründungsvorhaben.

Sie können davon ausgehen, dass es für jede Geschäftsidee, jeden Unternehmertyp und jedes Gründungsvorhaben genau die passende Finanzierungsoption gibt. Es ist Ihre Aufgabe, herauszufinden, welche Form der Finanzierung bestmöglich zu Ihnen und Ihrem künftigen Unternehmen passt.

 

Schritt für Schritt vorsichtig zum Erfolg

Wenn die schwierige Vorbereitungsphase hinter Ihnen liegt, das Kapital erfolgreich beschafft wurde und Sie Ihr eigenes Unternehmen endlich ins Leben gerufen haben, dann können Sie voller Stolz sagen, dass Sie einen sehr entscheidenden Schritt bewältigt haben. Damit enden allerdings die herausfordernden Aufgaben, vor denen Sie als Unternehmer stehen, noch lange nicht.

Auch wenn Sie angesichts erster Erfolge mit einem gewissen Maß an Euphorie reagieren, sollten Sie doch immer vorsichtig bleiben und Ihr Unternehmen mit Umsicht und Verantwortungsbewusstsein führen. Lassen Sie sich nicht auf riskante Experimente ein und verlieren Sie nicht den Boden unter den Füßen. Nehmen Sie sich vor allem ganz fest vor, immer nur das Geld zu investieren und auszugeben, das Sie auch tatsächlich verdient und versteuert haben. Hüten Sie sich darüber hinaus vor zu hohen laufenden Kosten und überdenken Sie jede Entscheidung mehrfach, die zu einem Anstieg der Fixkosten führen würde.

 


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Über den Autor

Sebastian Huke ist bereits seit 2011 Redakteur und Marketing-Manager beim E-Commerce-Magazin INTERNETHANDEL und seine Begeisterung für neue Geschäftsideen ist kein Geheimnis. Daher betreut er im Magazin sowie im Unternehmensblog die Bereiche Geschäftsideen und Gründung. So stellt Sebastian Huke regelmäßig neue Start-ups vor, führt Interviews, erarbeitet Gründerstorys und verfasst auch themenübergreifende Artikel in den Bereichen Online-Handel und Marketing.